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US-Demokraten ringen verzweifelt um Einigkeit

Auf Parteitag

US-Demokraten ringen verzweifelt um Einigkeit

Der Auftakt des großen Parteikonvents der US-Demokraten am Montag in Philadelphia hat die tiefen Risse in der Partei Hillary Clintons offenbart. Zum Auftakt des viertägigen Konvents meldeten sich immer wieder die Anhänger von Clintons bei den Vorwahlen unterlegenen Rivalen Bernie Sanders lautstark zu Wort.

"Bernie, Bernie" Sprechchören aus den Reihen der mehr als 4.700 Delegierten folgten Buh-Rufe für Hillary Clinton. Einige Redner hatten Mühe, sich Gehör zu verschaffen.

Sanders-Anhänger unzufrieden

Die Sanders-Anhänger sind unzufrieden, weil sie sich von der Parteiführung betrogen und benachteiligt fühlen. Eine E-Mail-Affäre, kurz vor dem Parteitag von der Plattform Wikileaks enthüllt, schürte die Stimmung weiter an. Parteichefin Debbie Wasserman Schultz musste unter dem Druck der Affäre zurücktreten und war nicht einmal mehr - wie eigentlich geplant - zur Eröffnung der Versammlung vor die Delegierten getreten.

Die verbliebene Parteiführung entschuldigte sich in einem Statement offiziell bei Sanders. "Im Namen Aller im Nationalen Komitee der Demokraten möchten wir eine tiefgreifende und aufrichtige Entschuldigung anbieten, an Bernie Sanders, seine Anhänger und die gesamte demokratische Partei, für die unentschuldbaren Bemerkungen in E-Mails", heißt es in der Mitteilung.

Nichtangriffspakt

Sanders selbst, der Vorwahlen in 23 Staaten gegen Clinton gewonnen und 1.900 der mehr als 4.700 Delegiertenstimmen für sich verbucht hatte, rief seine Anhänger zur Mäßigung auf. Sie demonstrierten seit Sonntag zu Tausenden in den Straßen von Philadelphia und prägten mit provakanten Plakaten wie "Never Clinton" das Bild.

Hinter den Kulissen verabredeten sich die Lager Clintons und Sanders', zu einem Nichtangriffspakt. Sanders richtete laut "Washington Post" eine Textnachricht an ausgewählte Delegierte, um das lautstarke Ausbuhen Clintons auf dem Parteitagsparkett zu stoppen.

Trump schlagen

"Wir müssen Trump schlagen, und wir müssen Hillary Clinton wählen", sagte der Senator am Montag vor Hunderten von Menschen in Philadelphia. Trump sei der schlimmste Kandidat in der modernen Geschichte der USA. Dennoch sei es auch wichtig, in den Bemühungen um eine "politische Revolution" in den USA nicht nachzulassen. Sanders hatte sich im Wahlkampf für Themen wie einen Mindestlohn von 15 Dollar, für den Kampf gegen Klimawandel und das Diktat der Finanzbranche eingesetzt und die Demokraten damit inhaltlich nach links gerückt.
 

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