Superstars in Tor-Laune

Das war die 6. WM-Nacht

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Es war die Nacht der Superstars bei der Fußball-WM in Nordamerika.
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Frankreichs Kylian Mbappe machte mit einem Doppelpack den Anfang, der Norweger Erling Haaland traf ebenfalls doppelt und Lionel Messi setzte dem Ganzen die Krone auf. Auf den Tag genau 20 Jahre nach seinem Debüt und ersten Treffer bei einer Weltmeisterschaft erzielte der argentinische Ausnahmekönner drei Tore und ist nun gemeinsam mit dem Deutschen Miroslav Klose mit 16 WM-Treffern Rekordtorschütze.

Eine Woche vor seinem 39. Geburtstag lieferte Messi beim 3:0 von Argentinien gegen Algerien eine Gala ab, ehe er in der 80. Minute unter Standing Ovations ausgetauscht wurde. Der achtfache Weltfußballer war Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel des Titelverteidigers und bewies in der 17., 60. und 76. Minute seine einzigartigen Abschlussqualitäten. Davon zeugen seine 120 Tore in 200 Länderspielen. "Alles, was jetzt noch kommt, ist eine Zugabe. Ich hatte das Glück, all meine Träume zu verwirklichen - oder sogar mehr, als ich je zu träumen gewagt hätte -, sowohl sportlich als auch privat", erläuterte Messi.

Lob für Matchwinner von allen Seiten

Er genieße all das einfach. "Ich bin Teil einer großartigen Gruppe, fühle mich wohl und kann es auf dem Platz auskosten. Das ist weit mehr, als ich mir als Kind je hätte vorstellen können." Lob gab es von allen Seiten, darunter klarerweise auch von seinem Teamchef. "Mir fehlen die Worte, um Messi zu beschreiben. Seit 20 Jahren gewöhnt er uns an solche Dinge, und er begeistert jeden, der ihm beim Spielen zusieht", sagte Lionel Scaloni.

Gehuldigt wurde ihm in überschwänglichen Tönen in der Heimat. "Messi ist die WM. Ewiger Kapitän. Drei Tore der 10 zu einem Rekord. (...) Wie immer, Lionel Messi", schrieb die Zeitung La Nacion. "Die Show der 10. Der Kapitän zeigte, dass er besser in Form ist denn je", meinte Cronica. Ole rechnete mit seinen Kritikern ab: "Dass er alt ist, dass er in einer untergeordneten Liga spielt, dass er nicht mehr so rennt wie früher. Dass er im Eins-gegen-Eins nicht mehr gewinnt, dass er nur noch von seinem Nachnamen lebt, dass er keinen Platz für neue Talente lässt. Willkommen zurück, ihr Experten des Pessimismus. Macht euch darauf gefasst, dass die Nummer 10 hier ist."

Rekorde von Mbappe

Mbappe legte im Unterschied zu Messi nicht gleich voll los. Der 27-Jährige konnte beim 3:1 (0:0) der Franzosen gegen Senegal in der ersten Halbzeit kaum Akzente setzen. Mit dem Führungstreffer (66.) und dem Tor zum Endstand (96.) wurde er aber zum Matchwinner und überflügelte den bisherigen WM-Toptorschützen der "Equipe Tricolore" Just Fontaine (13). Er schnappte sich mit seinen Länderspieltoren 57 und 58 auch die nationale Bestmarke von Olivier Giroud (57) und mischt mit 14 WM-Treffern auch im Rekord bei Weltmeisterschaften mit.

"Wir haben noch nicht voll losgelegt, es ist aber gut, mit einem Sieg zu starten", sagte Mbappe auch in Anspielung auf die erste Hälfte und meinte in Richtung seiner Kritiker. "Es ist keine Erleichterung. Wenn ich anfange, über die Leute nachzudenken, die mich kritisieren, höre ich nie damit auf. Ich spiele für mein Land, ich will bis ins Finale." Dort stand der Torjäger von Real Madrid schon einmal und steuerte beim 4:2-Endspielerfolg 2018 gegen Kroatien ein Tor bei. Mit damals 19 Jahren hatte er dem Turnier den Stempel aufgedrückt und sich den Status eines Superstars erspielt.

Haaland lässt Norwegen träumen

Während Messi und Mbappe in Nordamerika wohl ein Wettschießen um den WM-Rekord veranstalten werden, hat Haaland gerade sein WM-Debüt hinter sich. Der 25-Jährige ebnete mit zwei Treffern (29., 43.) Norwegen den Weg zu einem 4:1-Sieg gegen Außenseiter Irak und lässt die Skandinavier bei ihrer Rückkehr auf die WM-Bühne nach 28 Jahren von einem Fußball-Märchen träumen. "Jeder weiß, dass es ein großer Moment für mich ist. Es macht Spaß, aber es ist viel Druck, also machen wir jetzt weiter", kündigte Haaland nach seinem 57. Treffer im 51. Länderspiel an und schickte gleichzeitig eine Kampfansage an die kommenden Gegner aus dem Senegal und Frankreich.

Die norwegische Presse überschlug sich mit Lob und sprach wie das Nachrichtenportal "VG" von einem "heldenhaften" Auftritt. Mit 16 Toren in acht Partien hatte der Torjäger von Manchester City die Skandinavier fast im Alleingang zur WM geschossen. Kein Wunder, dass Trainer Stale Solbakken seinen Schützling als weltbesten Stürmer rühmte. Ein Titel, den der ehemalige Salzburg-Stürmer und Österreichs Fußballer des Jahres 2019 noch zurückweist. "Ich habe nicht die meisten Tore geschossen in dieser Saison. Harry Kane und Kylian Mbappé haben mehr Tore geschossen. Das ist die Realität, ich bin es nicht", stellte der Offensivspieler noch vor der Messi-Gala klar. Zum Duell mit dem Franzosen kommt es am 26. Juni.

Frankreich - Senegal 3:1

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Norwegen - Irak 4:1

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Argentinien - Algerien

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