Ausstellung
Haar, Identität, Tradition: Die jüdische Perücke im Project Space
Regisseurin Anja Salomonowitz präsentiert im Project Space des Jüdischen Museums erstmals ihren Film Über die jüdische Perücke. Damit nähert sie sich dem Thema der Perücke als Teil jüdisch-religiöser Praxis, das weit über seine äußere Erscheinung hinausgeht.
Orthodoxe Jüdinnen bedecken ihr Haar nach der Hochzeit in der Öffentlichkeit traditionell, etwa mit einem Kopftuch (Tichel) oder einer Perücke, dem sogenannten Scheitel. Da diese Perücken oft kaum von natürlichem Haar zu unterscheiden sind, sorgen sie immer wieder für Neugier, aber auch für Missverständnisse.
Salomonowitz begegnet dem Thema mit großer Offenheit und Sorgfalt. In Gesprächen mit einer Wiener Perückenmacherin sowie mit Frauen, die selbst eine Perücke tragen, entstehen Einblicke in persönliche Beweggründe, religiöse Überzeugungen und Lebensrealitäten Wiener Jüdinnen.
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Rauminstallation im Project Space
Die Präsentation im Project Space ist als raumgreifende Installation angelegt und schafft eine filmische Atmosphäre. Ein Paravent strukturiert den Raum, dahinter lädt eine intime Sitzsituation zum konzentrierten Betrachten ein.
Das Projekt verbindet persönliche Erzählungen mit religiösen und kulturellen Kontexten und eröffnet differenzierte Perspektiven auf ein Thema, das in der öffentlichen Debatte häufig verkürzt dargestellt wird.
Die in Wien lebende Regisseurin wurde international ausgezeichnet, zuletzt für ihren Spielfilm Mit einem Tiger schlafen.