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Krimi um EU-Zulassung

Astrazeneca kontert: Kein schwacher Impfschutz bei Senioren

Berichte über acht Prozent Wirksamkeit seien "komplett falsch"

Der britische Pharmahersteller Astrazeneca hat Berichte über eine sehr geringe Wirksamkeit seines Impfstoffs bei Senioren zurückgewiesen. Berichte, dass das Mittel bei Menschen über 65 nur eine Wirksamkeit von acht Prozent habe, seien "komplett falsch", teilte ein Sprecher am Dienstagmorgen mit. Astrazeneca verwies unter anderem darauf, dass die Notfallzulassung der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) ältere Menschen mit einschließe.
 
Eine Studie habe gezeigt, dass der Impfstoff auch bei Senioren eine starke Immunantwort auslöse. Allerdings heißt es in einer weiteren Studie, dass es wegen geringer Fallzahlen noch zu wenig Daten zur Wirksamkeit bei älteren Menschen gebe.
 
Laut einem Bericht des "Handelsblatt" soll der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca eine Wirksamkeit von nur acht Prozent bei älteren Menschen haben. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Koalitionskreise.
 

EU plant Genehmigungspflicht für alle Exporte

Wegen der Knappheit bei Corona-Impfstoffen will die EU künftig alle Exporte einer Erfassung und Genehmigung unterziehen. Dies kündigte die EU-Kommission am Montag an. Hintergrund ist der Streit mit dem Hersteller Astrazeneca, der vorerst weniger Impfstoff liefern will als zugesagt. Die EU ist erbost und verlangt die volle vereinbarte Menge. Für Mittwoch ist eine weitere Krisensitzung mit dem Hersteller geplant, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montagabend.
 
Die Antworten der Firma seien nicht befriedigend gewesen - weder in einer internen Sitzung mit den EU-Staaten am Nachmittag noch in einer weiteren Zusammenkunft am Abend. "Mit unseren Mitgliedstaaten haben wir von Astrazeneca eine detaillierte Planung für Impfstofflieferungen gefordert sowie die Zeitpunkte, wann die Verteilung an die Mitgliedstaaten stattfinden wird", schrieb Kyriakides auf Twitter.
 
Bereits am Nachmittag hatte sie gesagt, die EU wolle, dass die bestellten und vorfinanzierten Impfstoff-Dosen so bald wie möglich ausgeliefert werden: "Wir möchten, dass unser Vertrag vollständig erfüllt wird." Aus Kommissionskreisen hieß es abends, die EU fordere das Unternehmen auf, "das Lieferangebot für das erste Quartal deutlich nachzubessern". Von rechtlichen Schritten oder einer Klage ist aber noch nicht die Rede. Es gehe jetzt um die "rasche Auslieferung einer größtmöglichen Menge an Impfdosen".
 
 Der britisch-schwedische Konzern hatte am Freitag mitgeteilt, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung zunächst weniger Impfstoff als geplant an die EU liefern zu wollen. Statt 80 Millionen Impfstoffdosen sollen bis Ende März nur 31 Millionen eingeplant sein.
 


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