Abgehauener Start-Up-Chef ist wieder da

Was ist mit den 40 Mio. Euro?

Abgehauener Start-Up-Chef ist wieder da

Das Rätsel um den Start-up-Krimi ist gelöst: Der savedroid-Chef Yassin Hankir hat sich in einem YouTube-Video zurückgemeldet, um Licht in die dubiose Sache zu bringen. Wie berichtet, war die Homepage des FinTech-Unternehmens über Nacht verschwunden. Wer die Webseite ansteuerte, bekam nur ein Southpark-Meme mit dem Titel „And it’s gone“ zu sehen. Gleichzeitig twitterte Hankir Urlaubsfotos und einen Satz, der vermuten ließ, dass er sich mit dem Geld der savedroid-Anleger und -Kunden ins Ausland abgesetzt hat.

Harsche Kritik für „drastische PR-Aktion“

Doch wie das auf YouTube veröffentlichte Statement des Firmengründers nun zeigt, steckte hinter dem Ganzen „nur“ eine drastische PR-Aktion. "Wir sind noch da und waren nie weg und werden auch in Zukunft hier sein", erläutert Hankir. Das dürfte bei den 35.000 Kleininvestoren, die unlängst bei einem ICO (Initial Coin Offering) über 40 Millionen Euro in savedroid investiert haben, für Erleichterung sorgen. Obwohl das Geld nicht verprasst wurde, stößt Hankir mit der Aktion auf Unmut. Schließlich bangten in den letzten Tage viele Kunden und Anleger um ihre Ersparnisse. In sozialen Medien gibt es mittlerweile einen regelrechten Shitstorm. Viele Anleger monieren, dass savedroid mit der Aktion ihr Vertrauen fahrlässig missbraucht habe.

Hakir wollte seine Kunden bewusst verunsichern

Anscheinend war aber genau das das Ziel von Hankir. So sagt er in dem Video, dass er mit der Aktion mit dem Vertrauen der Anleger spielen wollte. Nur so könne er ihnen bewusst machen, dass es im ICO-Bereich viele Möglichkeiten für Betrügereien gäbe. Er hätte sich mit der Kohle der Anleger ganz einfach auf dem Staub machen können. Mit seiner PR-Aktion wolle er nun erreichen, dass dieser Finanzsektor in Zukunft besser reguliert werde. Nur so könne ICO zu einer relevanten und glaubwürdigen Finanzierungsmöglichkeit werden. 

Werbung in eigener Sache

Darüber hinaus diente die Aktion auch einem Selbstzweck. Hakir will die aktuellen Schlagzeilen nutzen, um ein neues Geschäftsmodell von savedroid zu bewerben. Konkret können die Kunden künftig Sparregeln definieren. Dann wird das Geld von ihrem herkömmlichen Konto automatisch auf ihr savedroid-Konto übertragen, wenn es für einen gewissen Zeitraum nicht verwendet wird.

>>>Nachlesen:  Dreistester Start-up-Betrüger aller Zeiten?

Fazit

Ob sich die Aktion negativ oder positiv auf das savedroid-Geschäft auswirkt, bleibt abzuwarten. So kann es sein, dass viele Kunden aufgrund des verunsichernden PR-Gags ihr Konto kündigen. Es könnte aber auch sein, dass viele Interessenten, die von FinTechs bisher die Finger gelassen haben, savedroid nun als sicheres und glaubwürdiges FinTech-Unternehmen sehen und deshalb einsteigen.

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