Beispielbild zu hass-im-internet mit mittelfinger

Laut Bericht

Facebook scheitert im Kampf gegen Hass im Netz

Online-Netzwerk gehe weiterhin nicht konsequent gegen rechte Hassreden vor. 

Facebook geht nach einer Recherche von Bayerischem, Westdeutschem und Norddeutschem Rundfunk weiterhin nicht konsequent gegen rechte Hassreden auf seiner Plattform vor. Laut einer am Dienstag von den Sendern veröffentlichten gemeinsamen Auswertung von 2,6 Millionen Posts und Kommentaren aus 138 meist geschlossenen rechten Facebook-Gruppen ergaben sich über tausend mutmaßlich rechtswidrige Inhalte. Darunter fielen antisemitische Hasspropaganda, Aufrufe zur Vergewaltigung oder SS-Runen. Zudem hätten sich mehr als zehntausend schwere Beleidigungen gefunden, viele davon rassistischer Art.

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So reagiert Facebook

Ein Sprecher von Facebook Deutschland sagte den Sendern, das Unternehmen wolle "Hassrede natürlich löschen" und habe "im Kampf gegen Hassrede in den letzten Jahren sehr große Fortschritte gemacht". Der Konzern wisse aber auch, dass er Fehler mache und diese Arbeit nie beendet sein werde, "da es sich um ein breites, gesellschaftliches Problem handelt". Nach Angaben der drei Sender ist der Datensatz nicht repräsentativ, er verdeutliche aber Tendenzen. So zeige die Auswertung, dass sich der Anteil der anstößigen und hassgeladenen Sprache in den analysierten Gruppen zwischen 2012 und 2018 vervierfacht habe.

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Mehrere Accounts von Abgeordneten

Von den 138 Gruppen gebe es bei 25 einen Bezug zur AfD. Ohne offizielle Gruppen der Partei zu sein, trugen die Gruppen demnach meist AfD im Titel. Es seien darin mehrere Accounts von Bundestags- und Landtagsabgeordneten zu finden gewesen. Die Abgeordneten seien auch in Gruppen aktiv gewesen, in denen mutmaßlich strafbare Inhalte gepostet wurden. Eine Anfrage habe die Partei unbeantwortet gelassen.

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