Die Highlights der größten Handymesse

Mobile World Congress 2014

Die Highlights der größten Handymesse

Ab 24. Februar sind in Barcelona Galaxy S5, Blackphone, G Pro 2 etc. zu sehen.

Der anstehende Mobile World Congress (MWC, vom 24. bis 27. Februar), das jährliche Gipfeltreffen der Industrie in Barcelona, verspricht spannend wie schon lange nicht mehr zu werden. Zum einen werden zahlreiche neue Smartphones wie das Samsung Galaxy S5 , das LG G Pro 2 , das besonders sichere Blackphone , der Nachfolger des Sony Xperia Z1 oder das erste Android-Phone von Nokia zu sehen sein. Zum anderen steht der Mobilfunk-Markt vor seiner nächsten großen Verwandlung. Der Vorstoß der Dritten Welt in die Smartphone-Ära verschiebt noch einmal die Gewichte in der Branche. Und natürlich darf auch das Thema Vernetzung nicht fehlen. Eine Vielzahl vernetzter Technik vom Auto bis zur Zahnbürste gibt bereits einen Vorgeschmack auf die Zukunft, in der nicht nur Handys funken, sondern nahezu jedes Gerät.

Rasante Entwicklung
Heute ist es kaum mehr vorstellbar, aber vor nicht einmal zehn Jahren waren einfache Handys ohne Internet-Zugang der Standard. Nokia war der unumstrittene König unter den Geräteherstellern. Und die Netzbetreiber hatten die Hoheit darüber, welche Software auf den Telefonen lief. Apple brach dieses Gefüge 2007 mit dem iPhone und ein Jahr später mit dem App Store auf. Das Google-Betriebssystem Android brachte dann den Siegeszug der Computer-Handys in den Massenmarkt.

Im vergangenen Jahr wurde rund eine Milliarde Smartphones verkauft, etwa 80 Prozent von ihnen laufen mit dem Android-System . Fast jedes dritte Computer-Telefon kam von Samsung. Apple ist die Nummer zwei mit gut 15 Prozent Marktanteil, sichert sich mit seinen eher teuren iPhones aber laut Experten einen Löwenanteil der Profite.

Geschäft wandelt sich laufend
Doch auch diese klare Dominanz der beiden neuen Schwergewichte ist nicht in Stein gemeißelt. Denn das Geschäft wandelt sich. Der Großteil des Wachstums beim Smartphone-Absatz kommt derzeit aus den Schwellenländern und der Dritten Welt - China, Indien, Afrika. Dort sind vor allem günstige Computer-Telefone gefragt. Es lockt ein riesiger unerschlossener Markt: Rund zwei Drittel der Weltbevölkerung sind noch nicht im Internet. Und inzwischen ist absehbar, dass für den Großteil von ihnen das Smartphone zum ersten Computer-Gerät wird.

Zwischen den großen Playern der Industrie ist ein Wettlauf um diese Wachstumsmärkte der Zukunft entbrannt, der auch die Messe in Barcelona zu prägen verspricht. Eines der heißesten Gerüchte dreht sich um ein erstes Android-Telefon von Nokia, das dort vorgestellt werden könnte. Der einstige Handy-Weltmarktführer setzte vor drei Jahren groß auf das Microsoft-System Windows Phone und steht kurz davor, von dem Software-Riesen geschluckt zu werden. Ein Smartphone mit dem System des Erzrivalen auf den Markt zu bringen, sähe auf den ersten Blick nach einem krassen Strategiewechsel aus.

Doch dahinter dürfte kühles Kalkül im Kampf um die Wachstumsmärkte stehen. Windows Phone läuft derzeit nur mit einigen wenigen leistungsstarken Chips, was den Spielraum für Preissenkungen schmal hält. "Android ist derzeit die einzige Plattform, mit der man in Entwicklungsländern in großer Zahl günstige Geräte anbieten kann", sagt Analyst Anshul Gupta vom Marktforscher Gartner. Und günstig heißt inzwischen schon für 60 bis 100 Dollar (44 bis 73 Euro).

China bei Billig-Geräten top
Billige Smartphones sind derzeit die Domäne chinesischer Hersteller. Der Erfolg auf dem heimischen Riesenmarkt macht sie auch weltweit zu bedeutenden Playern. So will der Aufsteiger Xiaomi dieses Jahr 40 Millionen Smartphones verkaufen - und den Absatz bremse nur die Fertigungskapazität, sagte Chef Lin Bin dem "Wall Street Journal".

Android werde auf absehbare Zeit die treibende Kraft hinter dem Smartphone-Boom in den Wachstumsmärkten bleiben, betont Gartner-Analyst Gupta. Dabei gibt es immer mehr Android-Geräte, die von Google-Diensten entkoppelt sind. Der Internet-Konzern setzte die Software zwar grundsätzlich als offenes System auf, das jeder kostenlos nutzen und weiterentwickeln kann. Doch der Einsatz von Diensten wie Google Maps, GMail und die Such-App ist nicht frei, sondern wird von dem Internet-Giganten mit harten Vertragsklauseln kontrolliert.

Auf diese zum Teil für die Hersteller kostenpflichtigen Google-Dienste verzichten inzwischen viele chinesische Anbieter, aber auch Amazon nabelte eine eigene Android-Version für sein Tablet Kindle Fire ab. Und auch Nokia dürfte bei seinem Android-Telefon das Google-System eher wie ein Trittbrettfahrer nutzen und statt Google-Karten oder GMail die Dienste aus eigenem Haus anbieten.

Google und Facebook nehmen sich die Dritte Welt aus einer anderen Richtung vor: Sie wollen die Menschen schneller ins Internet bringen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der in Barcelona als Redner auftreten wird, rief dafür die Koalition "Internet.org" für bezahlbares Internet ins Leben. Und Google experimentiert mit Projekten wie Sender-Ballons über den Wolken und will laut dem Blog "The Information" ein drahtloses Internet-Netz in der Hauptstadt von Uganda, Kampala, starten.

Vernetzung aller Art
Die Messe, die einst von Handy-Herstellern und Netzbetreibern beherrscht wurde, wird zugleich immer mehr zur Arena für vernetzte Technik aller Art. So will Ford ein neues Automodell in Barcelona präsentieren, obwohl wenige Tage später der Genfer Autosalon ansteht. Außerdem bringen sich Anbieter von vernetzten Gadgets wie Fitness-Armbändern in Barcelona in Stellung. Der Mobile World Congress findet vom 24 bis zum 27. Februar statt.

Rückblick: Fotos von den Neuheiten des MWC 2013

Diashow: Fotos: Die Top-Neuheiten des MWC 2013

Nokia greift mit zwei neuen, günstigen Lumia-Smartphones an, die auf Windows Phone 8 setzen. Zum einen das 4-Zoll große Lumia 520 (ab 199 Euro),...

...zum anderen das 4,3-Zoll große Lumia 720 (ab etwas über 300 Euro). Beide Geräte bieten eine gute Ausstattung.

LG schickt unter anderem die brandneue F-Serie ins Rennen. Darüber hinaus....

...stand das 5-Zoll Europa-Flaggschiff Optimus G im Mittelpunkt, das auch hierzulande in Kürze erhältlich sein wird.

Das 5,5-Zoll-FullHD-Smartphone Optimus G Pro kommt hingegen vorerst nur in Südkorea auf den Markt.

Samsung stellt die zweite Generation seines Outdoor-Handys Galaxy Xcover vor. Wichtiger war...

...jedoch die Präsentation des 8-Zoll-Tablets Galaxy Note 8.0, das auch...

...die praktischen Funktionen des bewährten Eingabestifts "S Pen" unterstützt.

Das Xperia Z wurde zwar bereits vor einigen Wochen vorgestellt, stand aber dennoch im Mittelpunkt. Das 5-Zoll-FullHD-Gerät zählt zu den aktuell besten Smartphones (650 Euro).

Mit dem 10,1 Zoll FullHD-Tablet Xperia Tablet Z wurde auch noch gleich ein vielversprechender iPad-Gegner vorgestellt. Dieser ist wie das Smartphoone wasserfest.

Bei HTC drehte sich alles um das neue Aushängeschild "One". Das 4,7-Zoll-Smartphone bietet ebenfalls FullHD und eine Top-Ausstattung (680 Euro).

HP präsentierte mit dem Slate 7 sein erstes Android-Tablet. Das 7-Zoll-Gerät kostet nur 150 Euro.

Das neue Fonepad von Asus setzt auf das gleiche Display wie das Nexus 7 von Google. Mit dem 7-Zoll-Tablet kann man sogar telefonieren (ab 230 Euro).

In einer anderen Preisklasse befindet sich das Padfone Infinity. Das Top-Android-Smartphone, das auch zum 10-Zoll-Tablet umfunktioniert werden kann, kostet rund 900 Euro.

Alcatel stellte in Barcelona sein erstes FullHD-Smartphone vor. Trotz hervorragender Ausstattung soll es ohne Vertrag weniger als 400 Euro kosten (ab Juli).

Laut Huawei ist das 4,7 Zoll große Ascend P2 das derzeit schnellste Smartphone der Welt. Die Unterstützung des neuesten LTE-Standards macht es möglich (ab 399 Euro).

Mit dem Ascend Y300 wollen die Chinesen vor allem Smartphone-Einsteiger ködern. Der Preis von rund 149 Euro ist fast unschlagbar.

Beim Ascend G510 ist ein besseres Display und ein NFC-Chip mit an Bord. Dennoch kostet auch dieses Gerät "nur" 219 Euro.

ZTE, ein weiterer neuer Branchen-Riese aus China, hat in Barcelona ebenfalls mächtig Staub aufgewirbelt. Im Zentrum des Interesses stand das neue Top-Smartphone "Grand S Lite".

NEC sorgte mit seinem aufklappbaren Dual-Screen-Smartphone für einen ziemlich großen Andrang. Starttermin gibt es noch nicht.

Acer hat ebenfalls einige neue Android-Tablets vorgestellt. Besonders interessant ist dabei das günstige Iconia B1.Die 16 GB Version ist um 140 Euro zu haben.

Am MWC wurden wieder etliche Smartphones mit NFC-Chip präsentiert. Damit soll nun endlich auch dem bargeldlosen Bezahlen der Durchbruch gelingen. Mastercard und Visa haben passende Systeme vorgestellt.

Mozilla hat am MWC den Sartschuss für sein neues mobiles Betriebssystem Firefox OS gegeben. Dieses kommt zunächst nur auf günstigen Smartphones zum Einsatz. Passend zum Start wurden auch gleich neue Geräte wie das "onetouch" von Alcatel vorgestellt.



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