Googles Cloud-Gaming-Plattform Stadia im Test

Endlich auch in Österreich

Googles Cloud-Gaming-Plattform Stadia im Test

Wir haben uns angesehen, wie gut die PlayStation-Alternative funktioniert.

Ein gutes Jahr nach dem Start in Deutschland und anderen europäischen Ländern ist Googles Gaming-Plattform  Stadia  endlich auch in Österreich verfügbar. Seit Montagabend kann der Dienst hierzulande genutzt werden. Wir konnten uns bereits seit der Vorwoche ein Bild von Stadia machen. Wie sich die Streaming-Plattform für Games dabei geschlagen hat, lesen Sie im folgenden Testbericht.

Voraussetzung und Kompatibilität

Mit Stadia nimmt Google alle Gamer ins Visier, die trotz mäßiger Hardware-Ausstattung, die neuesten Games zocken wollen. Statt Spiele lokal auf Konsole, Smartphone Tablet oder Computer zu berechnen, geschieht das bei dem Cloud-Gaming-Service auf leistungsstarken Servern von Google. Deshalb können die Nutzer mit Stadia auch sofort loslegen zu spielen – ohne Wartezeiten für Downloads oder auf Updates. Am Computer funktioniert der Dienst über den Google-Browser Chrome. Wer die Games auf einen Fernseher streamen will, benötigt dafür Googles Chromecast Ultra (TV-Streaming-Dongle). Zu den unterstützten Android-Smartphones zählen Googles Pixel-Geräte (ab 2), diverse Samsung Galaxy-Modelle (ab S8) sowie Geräte von OnePlus (ab 5), LG, Asus und Razer. Einzige Voraussetzung ist eine GMail-Adresse. Mit dieser können sich die Nutzer auf stadia.com registrieren.

© Google
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Gratis oder Abo-Modell

Wir haben Stadia auf einem Galaxy S9+, einem zwei Jahre alten Windows-Notebook und einem MacBook Air aus dem Jahr 2016 getestet. Ohne Zubehör funktioniert die Steuerung am Computer über Tastatur und Maus. Im Starterkit zum Preis von 99,99 Euro ist neben einem eigenen Controller auch der Chromecast Ultra enthalten. Man kann aber auch andere  HID-kompatible Gamepads wie Sonys Dualshock 4 oder Microsofts Xbox One-Controller verwenden. In Österreich ist Stadia in einer Gratis-Version und einer Abo-Variante namens Stadia Pro (9,99 Euro pro Monat) erhältlich. Letztere unterstützt 4K-Gaming (60 fps) sowie HDR und enthält eine Auswahl an kostenlosen Spielen – jeden Monat kommen neue Games hinzu. Alle neuen Stadia-Nutzer erhalten Stadia Pro einen Monat lang kostenlos. Bei der Gratis-Version, die FullHD  (1080p/60fps) unterstützt, sind die Spiele „Destiny 2: New Light“ und „Super Bomberman R Online“ mit dabei. Diese können unmittelbar nach der Anmeldung gezockt werden. Im Stadia-Store gibt es zahlreiche Spiele zu kaufen. Eine Liste mit den über 100 verfügbaren Titel - inklusive diversen Multiplayern - finden Sie hier.

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Wie gut funktioniert´s?

Doch nun zur wichtigsten Frage: Wie gut funktioniert das Cloud-Gaming nun? Hier spielt natürlich die Internet-Geschwindigkeit eine wichtige Rolle. Google empfiehlt mindestens 10 Mbit/s. Wir meinen, dass das nicht ganz reicht. Zwischen 16 und 20 Mbit/s sollten es schon sein. Doch dann kann die Bildqualität selbst am alten Rechner richtig überzeugen. Und das Versprechen mit den fehlenden Wartezeiten kann Google ebenfalls halten. Man kann mit jedem der verfügbaren Games sofort loslegen. In unserem Test konnten auch die Latenzseiten überzeugen. Eingabeverzögerungen waren eigentlich nicht festzustellen. Die Kommandos wurden über das wirklich sehr gut in der Hand liegende Stadia-Gamepad unmittelbar umgesetzt. Bei der Darstellungsqualität wird zwar nicht das Niveau von sündteuren Gaming-PCs erreicht, dennoch ist die Grafik wirklich sehr ordentlich. Noch ein Tipp: Wer die Möglichkeit hat, seinen Rechner per LAN mit dem Modem zu verbinden, sollte die kabelgebundene Leitung dem WLAN vorziehen. Denn hier fällt die Bildqualität noch einmal deutlich besser aus. Theoretisch kann man Stadia am Smartphone auch von unterwegs aus nutzen. Doch hier muss der Empfang schon richtig gut sein. Darüber hinaus, ist diese Verwendungsweise nur mit einer Datenflatrate zu empfehlen. Denn ansonsten dürfte das verfügbare Datenvolumen (je nach Tarif) sehr schnell verbraucht sein.

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Fazit und „Zuckerl“ zum Start

Wer gerne aktuelle Blockbuster spielen möchte, jedoch nicht das Geld oder den absoluten Willen hat, sich dafür extra teure Hardware (Gaming-Rechner, Konsole, etc.) anzuschaffen, ist mit Stadia wirklich gut bedient. Performance, Handhabung und Grafik können - eine halbwegs schnelle Internetleitung vorausgesetzt - voll und ganz überzeugen. Wir würden zum Abo-Modell raten. Denn dann hat man eine ordentliche Auswahl an Spielen unterschiedlicher Genres zur Auswahl. Die Einzeltitel sind im Stadia-Store teils deutlich teurer als die jeweiligen PC-Versionen. Google wird mit Stadia zwar Gaming-PCs oder Konsolen nicht ablösen, dennoch bietet der Dienst eine gute Alternative. Es macht nämlich schon Spaß, dass man aktuelle Top-Games auf seinem alten Rechner oder Smartphone zocken kann. Da es das Pro-Abo im ersten Monat gratis ist, lohnt sich das Ausprobieren für alle Interessierten allemal. Darüber hinaus hat sich Google noch ein weiteres „Zuckerl“ für einfallen lassen: Wenn man Cyberpunk 2077 bei Stadia vor dem 18. Dezember kauft, bekommt man die Stadia Premiere Edition (99,99 Euro) kostenlos. Dieses Angebot gilt solange der Vorrat reicht. Den Controller alleine verkauft Google übrigens um 69 Euro.

© oe24.at/digital
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Externer Link

stadia.com

 



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