Neue Regeln: Tausende Nutzer pfeifen auf WhatsApp

Flucht zu Alternativen

Neue Regeln: Tausende Nutzer pfeifen auf WhatsApp

Die ab 15. Mai geltende Datenschutzrichtlinie kommt bei vielen Usern nicht gut an. 

Am 15. Mai tritt die neue Datenschutzrichtlinie von  WhatsApp  in Kraft. Diese hatte der Messenger-Dienst im Jänner angekündigt - und damit einen weltweiten Aufschrei ausgelöst, weswegen WhatsApp das Inkrafttreten vom 8. Februar auf Mitte Mai verschob. Wenn die Nutzer  den neuen Regeln bis zum Samstag nicht zustimmen , können sie den Messenger-Dienst zunächst nur noch eingeschränkt und in einigen Wochen gar nicht mehr nutzen. Nun zeigt eine aktuelle Umfrage, dass sich offenbar tatsächlich viele User von WhatsApp abwenden.

Tausende Nutzer pfeifen auf WhatsApp

Die Studie stammt zwar aus Deutschland, die Ergebnisse dürften aber in vielen Ländern Europas nicht viel anders aussehen. Laut der Umfrage, die vom Marktforschungsinstitut Omniquest im Auftrag des VPN-Anbieters ExpressVPN durchgeführt wurde, hat seit dem Bekanntwerden der neuen Regeln rund ein Drittel der Nutzer WhatsApp weniger oder gar nicht mehr genutzt. Wie Golem berichtet, ist der Anteil derer, die WhatsApp gar nicht mehr nutzen mit 4,3 Prozent zwar relativ gering. Aufgrund der hohen Nutzerzahl - allein in Deutschland sind es rund 60 Millionen - sind das dennoch zig Tausende User. Und der Anteil jener, die WhatsApp weniger oft nutzen macht fast ein Viertel (23 Prozent) aus.

User probieren Alternativen aus

Weiters geht aus der Studie hervor, dass 41 Prozent der bisherigen WhatsApp-Nutzer in den letzten Wochen einen anderen Messenger-Dienst ausprobiert haben. 24 Prozent wechselten dabei aber ausgerechnet zum Facebook Messenger, der ja ebenfalls zum Mutterkonzern von WhatsApp gehört. Dahinter landen folgende Alternativen:

  • Telegram (18 Prozent)
  • Signal (13 Prozent)
  • iMessage (11 Prozent)
  • Threema (10 Prozent)
  • Element/Matrix (7 Prozent)


WhatsApp bleibt Nummer 1

Trotz der Nutzerflucht bleibt WhatsApp laut der Umfrage aber unangefochten auf Platz 1. 60 Prozent der Befragten wollen den beliebtesten Messenger-Dienst der Welt auch in Zukunft nutzen. Hier profitiert WhatsApp eindeutig von seiner Verbreitung. Denn der häufigsten genannte Grund (75 Prozent) für den Verbleib lautet, dass Freunde und Familienmitglieder den Messenger-Dienst ebenfalls nutzen. Dennoch erhielten WhatsApp-Alternativen wie wie  TelegramSignal  und Threema zuletzt starken Zulauf.


Datenweitergabe verboten

Darüber hinaus sorgt in Deutschland gerade ein neues Urteil für Aufsehen. Facebook darf nach einer Anordnung des Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar in unserem Nachbarland vorerst keine personenbezogenen Daten von WhatsApp mehr verarbeiten. Dafür fehle eine ausreichende rechtliche Grundlage, teilte die zuständige deutsche Behörde am Dienstag mit. Konkret geht es dabei genau um die Aktualisierung der WhatsApp-Nutzungsbedingungen. Dadurch soll es möglich werden, Nutzerdaten unter anderem mit der Mutter Facebook zu teilen.

Die Anordnung in dem im April eröffneten Dringlichkeitsverfahren auf Grundlage der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gilt für maximal drei Monate. Um eine Entscheidung auf europäischer Ebene herbeizuführen, wurde eine Befassung durch den Europäischen Datenschutzausschuss (EDSA) beantragt.

WhatsApp spricht von Missverständnis 

WhatsApp zählt in Deutschland fast 60 Millionen Nutzer. Caspar erklärte, es gehe um die Sicherung der Rechte und Freiheiten dieser Anwender und verwies auf frühere Datenskandale wie bei Cambridge Analytica und das erhöhte Risiko einer Einflussnahme angesichts der anstehenden Bundestagswahlen. Die Behörde kritisierte, die Bestimmungen zur Datenweitergabe fänden sich verstreut auf unterschiedlichen Ebenen der Datenschutzerklärung, seien unklar und in ihrer europäischen und internationalen Version schwer auseinanderzuhalten. Facebook hatte zuletzt die Gelegenheit zur Anhörung in dem Fall genutzt. Nun sagte ein WhatsApp-Sprecher, die Anordnung basiere auf einem "grundlegenden Missverständnis" bezüglich des Zwecks der neuen Nutzungsbedingungen und habe deshalb keine "legitime Grundlage". Es werde keine Änderungen an der Einführung der neuen Nutzungsbedingungen geben.



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