Büchner-Preis für Jürgen Becker

Unaufdringliche Sprachkunst

Büchner-Preis für Jürgen Becker

Becker gilt als maßgebliche Stimme der zeitgenössischen Poesie.

Der Schriftsteller Jürgen Becker erhält den diesjährigen Georg-Büchner-Preis. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung im deutschsprachigen Raum. "In seinem über Jahrzehnte gewachsenen Werk hat er die Gattungsgrenzen von Lyrik und Prosa beharrlich neu vermessen und verändert", begründete die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung die Ehrung.

Er hat nicht damit gerechnet
Der 81-jährige Becker zeigte sich überrascht: "Ich habe weder damit gerechnet, noch darauf gewartet", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Ich weiß, dass dieser Preis ein sehr wichtiger Preis ist. Wenn er jetzt im Alter kommt, dann kann man sagen, dass es sich gelohnt hat, so alt zu werden."

"Seine Gedichte leben aus einer sensiblen, sinnlichen, neugierigen Weltzugewandtheit und einer vollendeten, dabei ganz unaufdringlichen Sprachkunst", hieß es in der weiteren Begründung der Jury. "In Beckers Naturansichten durchdringen sich die Zeiten, Beobachtetes und Erinnertes, Persönliches und Historisches." Der Preis soll am 25. Oktober 2014 in Darmstadt verliehen werden.

Experimenteller Autor
Mit seinen ersten Prosabänden "Felder" (1964) und "Ränder" (1968) wurde Becker als Autor experimenteller Texte bekannt, dann trat er laut Akademie als Lyriker hervor. Zu seinem umfangreichen Werk gehören unter anderem die frühen Bände "Das Ende der Landschaftsmalerei" (1974) und "In der verbleibenden Zeit" (1979). In Werken wie etwa "Foxtrott im Erfurter Stadion" (1993) habe er Erinnerungen an seine ostdeutsche Kindheitslandschaft verarbeitet. Zuletzt erschien "Scheunen im Gelände", Gedichte mit Collagen von Rango Bohne (2012).

Becker wurde bereits als Lyriker, Hörspiel- und Prosaautor vielfach ausgezeichnet. Er erhielt 1994 den Peter-Huchel-Preis, den Uwe-Johnson-Preis (2001), den Hermann-Lenz-Preis (2006) und den Günter-Eich-Preis (2013).

Im vergangenen Jahr war der Büchner-Preis an Sibylle Lewitscharoff gegangen. Der Namensgeber der Auszeichnung, Georg Büchner, war deutscher Revolutionär und Dramatiker ("Dantons Tod", "Woyzeck"). Der wegweisende Autor des 19. Jahrhunderts starb mit nur 23 Jahren am 19. Februar 1837 im Exil in Zürich an Typhus.

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