KRITIK: Dirigent als Tastenvirtuose

Daniel Barenboim

KRITIK: Dirigent als Tastenvirtuose

Pultstar, Tastenvirtuose, Friedenskämpfer: Daniel Barenboim spielt Schubert.

Daniel Barenboim ist nicht nur ein Dirigent von Weltrang und Kämpfer für den Frieden, er ist auch ein begnadeter Tastenvirtuose. Im Musikverein hat er in vier Konzerten die elf vollen­deten Klaviersonaten von Franz Schubert gespielt. Wie die Lieder waren die Klaviersonaten, die der geniale Wiener Romantiker in den 13 kreativen Jahren seines kurzen Lebens komponierte, essenziell in seinem Schaffen.

Kontraste. Von der ersten Sonate des Jünglings in a-Moll bis zur letzten, zwei Monate vor seinem Tod komponierten Sonate in B-Dur reichen Schuberts musikalische Tagebücher, die Barenboim – auswendig spielend – vor den Hörern ausbreitet: Meisterwerke voller Kontraste mit brucknerischen Umrissen und grüblerisch intim, zerbrechlich schön mit überraschend leisen Momenten und kühnem Fortissimo, himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Ovationen!

E. Hirschmann-Altzinger