Essl Museum

Ganz Österreich

Kulturhighlights im Herbst

Fotografie im MdM, Ressource Wasser im Lentos, Zerstörung in Graz

Gesamt bilden sie ein Jahrhundert Kunstschaffen: Dominik Steiger und Adolf Frohner, beide zu Lebzeiten zwischen verschiedensten Sparten changierend, stehen diesen Herbst im Mittelpunkt großer Ausstellungen in Klosterneuburg und Krems. Neben Personalen stehen in den Bundesländern in den kommenden Monaten auch große Themen in der Kunst auf dem Programm - vom Wasser bis zur Zerstörung.

Retrospektive
Das Essl Museum widmet Adolf Frohner (1934-2007) ab 5. September in seinem Jubiläumsjahr die erste Retrospektive seit zehn Jahren und spannt unter dem Titel "fünf jahrzehnte malerei, grafik, objekt" einen Bogen von aktionistischen Objekten der 60er Jahre über zentrale Gemälde der 90er wie dem Triptychon "Das Leben, der Tod, ich - oder Sokrates" bis zu Frohners plastischem Oeuvre. Der "Zukunft der Malerei" verschreibt sich das Haus mit 23 neuen künstlerischen Positionen ab 3. Oktober.

Bildende Kunst
Weniger bekannt ist die bildende Kunst des kürzlich verstorbenen Wiener Literaten Dominik Steiger (1940-2014). Mit einer Auswahl an Arbeiten aus den Genres Zeichnung, Malerei, Druckgrafik, Plastik, Video, Musik und Literatur aus fünf Jahrzehnten lädt die Kunsthalle Krems ab 15. November dazu ein, Steigers Schaffen erstmals in seiner Gesamtheit als "surreale Transformation der Wirklichkeit" (Peter Weibel) zu entdecken. Einem Allround-Künstler widmet sich auch das Kunsthaus Bregenz (KUB) ab 18. Oktober mit Jeff Wall. In Kooperation mit dem Stedelijk Museum Amsterdam und dem dänischen Louisiana Museum sind Walls ab 1996 entstandenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit Bezug zu Street Photography und Film Noir ebenso zu sehen wie neuere Arbeiten zu sehen, die erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Moderne
Die Fotografie stellt auch das Salzburger Museum der Moderne (MdM) ab 29. November mit der Schau "Selbstauslöser" in den Mittelpunkt: In Zeiten von auf sozialen Medien allgegenwärtigen "Selfies", also mit dem Smartphone in ausgestreckter Hand aufgenommener Selbstporträts, beleuchten Werke aus der im MdM situierten österreichischen Fotosammlung des Bundes die Fotografie mittels Selbstauslöser in Wechselwirkung mit den technischen Entwicklungen. Nicht die Hand am Auslöser sondern vor der Kamera hatten Tilly Losch und Hedy Pfundmayr, zwei Solotänzerinnen der Wiener Staatsoper, deren markanter "Tanz der Hände" "in Fotografien 1920-1935" ab 14. November auf dem Programm steht.

Während das MdM als erste Institution in Österreich weiters mit rund 200 Werken die künstlerische Entwicklung der in Beirut geborenen Künstlerin Etel Adnan nachzeichnet ("Berge schreiben" ab 15.11.), verschreiben sich die Tiroler Landesmuseen dem Lokalmatador Elmar Peintner. Der Maler, der mit seinen Arbeiten gerne hinter die äußeren Erscheinungsformen von Natur und Mensch blickt, zeigt im Ferdinandeum unter dem Titel "Enigma" ab 28. November einen Querschnitt seines Werkes sowie aktuelle Arbeiten.

Natur pur
Aus der Natur gegriffen ist auch das Überthema für die große Herbstschau im Linzer Lentos: "Reines Wasser" widmet sich der kostbarsten Ressource der Welt, die in den 60er-Jahren auch zum Material der Kunst wurde. Im Rahmen der Schau "über ökonomische, soziale, emotionale und ästhetische Aspekte des unverzichtbaren Elements" setzen sich Künstler mit dem Wasser zwischen Lebensnotwendigkeit, Riten und dem Kampf gegen Verschmutzung und Ökonomisierung auseinander. Alternativen zum Bestehenden zeigt der Künstler Oliver Ressler in Filmen, Fotografien und Installationen ebenfalls ab 3. Oktober in der Schau "Die Plünderung".

Historie
Die historische Dimension der Zerstörung zieht ab 14. November ins Kunsthaus Graz ein: Organisiert vom Washingtoner Hirshhorn Museum in Zusammenarbeit mit dem Mudam Luxembourg geht "Damage Control - Art and Destruction Since 1950" dem ab Mitte des 20. Jahrhunderts gesteigertem Interesse am Begriff der Zerstörung und der Demontage in der Kunstproduktion nach. Bedeutende Arbeiten aus Malerei, Film, Foto, Skulptur, Installation und Performance von etwa Monica Bonvicini, Robert Rauschenberg, Ed Ruscha, Steve McQueen und Jeff Wall zeigen eine Entwicklung auf, die auch aktuelle Ängste vor Bedrohungen durch etwa Terrorismus und Naturkatastrophen visualisiert.

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