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Protest #Allesdichtmachen löste Shitstorm aus

Corona-Krieg der Künstler-Stars

Viele Schauspielkollegen ­reagierten entsetzt über die Aktion gegen die Corona-Maßnahmen.

Wien. Es ist der Eklat der Woche: Mit den Hashtags #AllesDichtmachen, #NieWiederAufmachen und #LockdownFürImmer wollten 53 Schauspielstars in Österreich und Deutschland „nachdenklich über die Corona-Maßnahmen“ machen. In Österreich posteten „Vorstadtweib“ Nina Proll, Ex-Jedermann Nicholas Ofczarek, Kabarettist Roland Düringer und Schauspieler Manuel Rubey zynische Videoclips.

 

In Deutschland Superstars wie Jan Josef Liefers, Ulrich Tukur, Meret Becker, Ulrike Folkerts oder Heike Makatsch. Mehr als zwei Millionen Mal wurden die Videos aufgerufen. Doch die „bitterböse Satire“ ging gehörig schief. Sie löste in beiden Länder einen wahren Shitstorm gegen die Schauspieler aus: „Fader Zynismus“, hieß es. Euphorischer Beifall kam bloß von extrem rechter Seite.

  

Proll-Ehemann Gregor Bloéb legte jetzt nach

Rückzug. In Deutschland löschte Schaupielerin Heike Makatsch inzwischen ihren Beitrag, Tatort-Kommissarin Ulrike Folkerts gestand ihren Fehler ein: „Die Aktion ist gehörig schief gelaufen (siehe unten).

In Österreich zog bloß Schauspieler und Kabarettist Manuel Rubey zurück. Er entschuldigte sich in einem Video auf Twitter bei all jenen, die er „in irgendeiner Art und Weise verletzt“ habe. „Nicht einmal einen Millimeter“ wolle er in die Nähe von Covid-Leugnern kommen oder von Rechten vereinnahmt werden.

Vorstadtweib. Nina Proll steht nach wie vor zu ihrem Posting: „Das Leben kann tödlich sein, bleiben Sie für immer zu Hause“, hatte sie gepostet. Gregor Bloéb, ihr Ehemann, legte sogar noch gehörig nach: „99,7 Prozent der Österreicher sind nicht infiziert, das muss uns doch Angst machen. Wenn wir alle wieder Angst haben, könnten wir es schaffen. Wir könnten es schaffen, das ängstlichste Land der Welt zu werden.“ 

Folkerts: "Teilnahme war Fehler"

„Die Videos, die entstanden sind, wurden falsch verstanden“, schrieb Ulrike Folkerts.

„Sorry“. Auch die Schaupielerin und beliebte Tatort-Kommissarin Ulrike Folkerts postete ein Video: „Ich habe einen Fehler gemacht, ich war naiv genug zu glauben, mit meinen Kolleginnen ein gewinnbringendes Gespräch in Gang zu bringen. Das Gegenteil ist passiert“, schrieb Folkerts auf Instagram. Die Aktion sei „gehörig schief gegangenen und unverzeihlich“, formulierte sie.

Die Corona-Maßnahmen bezeichnete sie als „absolut richtig“. Auch sei sie weit davon entfernt, „Querdenkern und Rechten Argumente in die Hände zu spielen“, betonte sie. Völlig zerknrischt schließt ihr Posting: „Es ist furchtbar, dass man mir das nun unterstellt.“

Austro-Stars kritisieren missglückte Video-Aktion

Kritik. Bergdoktor Hans Sigl schrieb auf Facebook: „Es fällt echt schwer, zu dem Scheiß nichts zu sagen, weil eh schon alles gesagt ist. Und dann kriegen die Kollegen noch Beifall. Von der üblichen Seite.“ Elyas M’Barek („Fack ju Göhte“) donnerte via Instagram über die Video-Aktion: „Kann ich null nachvollziehen. Jeder will zur Normalität zurückkehren und das wird auch passieren. Wenn alle dafür sorgen, dass eine weltweite PANDEMIE bekämpft wird. Mit Zynismus ist doch keinem geholfen.“

„Dicht gemacht“. Serge Falck schreibt an seine Kollegen: „Wohl zu viel Adrenalin in der Selbstgefälligkeit? Zum Fremdschämen.“ Kabarettist Reinhard Nowak: „Offensichtlich haben sich diejenigen, die da dabei waren, vorher selbst dichtgemacht.“

ORF-Verbot für Nina Proll?

In Deutschland drohten Rundfunk-Räte TV-Stars sogar mit „Tatort“-Verbot.

Diskussion. WDR-Rundfunkrat Garrelt Duin forderte gar konkrete Konsequenzen für die beteiligten Schauspieler. Der ORF kommentiert die Aktion nicht, intern ­löste das Engagement von Vorstadtweib Nina Proll aber „Diskussionen“ aus, ­direkte Konsequenzen werde es aber keine ­geben, hieß es am Samstag auf ÖSTERREICH-Anfrage.

(wek)