Spanische Hofreitschule und Hofburg in Wien

Aufsichtsrat Marihart will »privatisieren«

Krieg um Spanische Hofreitschule

Die Fronten im Streit um Hengst „Maestoso Fantasca-67“ verhärten sich.

Zum Wiehern. Im möglichen Korruptionsfall in der Spanischen Hofreitschule wird mit immer härteren Bandagen gekämpft. Dabei geht es um den Kauf eines Hengstes, den die Tochter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Hofreitschule Johann Marihart 2013 um 12.000 Euro erworben hat.

Die damaligen Geschäftsführer waren Elisabeth Gürtler und Erwin Klissenbauer. Letzterer hat die Funktion bis heute inne. Das verkaufte Pferd hat das Gestüt am Heldenberg aber nie verlassen und wird dort gegen eine Monatsbegühr von 1.200 Euro pro Monat untergestellt.

Die Vorwürfe, mit denen Marihart jetzt konfrontiert wird, sind, dass seine Tochter von den Bereitern gratis Reitstunden erhalten habe. Darüber hinaus ist der Hengst bis heute Bestandteil der Reit-Shows und zählt zu den Stars unter den Lipizzanern – was eine erhebliche Wertsteigerung des Tiers mit sich bringt.

Verfehlung. Korruption ortet Johann Marihart hier freilich nicht. Im Gegenteil, in einer Aussendung lobt er „sein“ Geschäfts­modell. „Würde man mehr Menschen für solche Investments gewinnen, ließen sich die finanziellen Probleme der Hofreitschule deutlich lindern“, so der Agrana-Boss. Nur: Wenn sein Modell Schule macht, würde das letztendlich einer Privatisierung der zu 100 Prozent im Bund befindlichen Hofreitschule gleichkommen.

Für Direktorin Sonja Klima aber kein Thema. „Eine Privatisierung der Hofreitschule ist nicht vorgesehen. Was wir sehr erfolgreich tun, ist, dass Menschen und Unterstützer der Hofreitschule Patenschaften über einzelne Pferde übernehmen können und mit diesem Beitrag die Hofreitschule ideel und finanziell unterstützen“, so Klima zu ÖSTERREICH. In Klimas Amtszeit seit Dezember 2019 sind laut ihren Angaben jedenfalls „keine Pferde an Mitglieder des Aufsichtsrats oder der Geschäftsleitung verkauft worden“.