Hilfsprojekte in Indien

Eva Wallensteiner

Hilfsprojekte in Indien

Dr. Mag. Eva Wallensteiner, promovierte Theaterethnologin und Projektkoordinatorin für Hilfsprojekte in Indien für die Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar Österreichs. 

Als ich als 18-jährige in den Nachtzug von Innsbruck nach Florenz stieg, hätte ich nie erahnen können, dass die folgenden neun Monate mein Leben so nachhaltig verändern und beeinflussen würden. Als Schülerin der International Traveling School machte ich mich 1987 auf den Weg, um mit einer kleinen Gruppe von Menschen aus England, Amerika, Deutschland, der Schweiz und Österreich voneinander und von vielen Begegnungen zu lernen, zuerst in Europa und dann in Indien.

© Chrisitan Herret
Hilfsprojekte in Indien
× Hilfsprojekte in Indien

Noch heute, viele Jahre, Studien und Forschungen später, zehre ich von diesen ersten Eindrücken und Lernerfahrungen. Das Land Indien und seine Menschen, denen ich 1987 und dann noch sehr oft später in den Dörfern, Städten, in Zügen oder Bussen begegnete haben mich vieles gelehrt über fremde Lebensweisen, das Land Indien aber noch wesentlich mehr über mich selbst und über unser Leben hier in Österreich.

Die traurige Wahrheit

In den letzten Tagen musste ich mich von drei meiner Wegbegleiter für immer verabschieden. Mit ihnen hatte ich viel erlebt, manchmal waghalsige Abenteuer aber auch die Langeweile des Alltags. Von ihnen hab ich viel erfahren wie herzlich, gastfreundlich aber auch wie prekär Lebensverhältnisse sein können im ländlichen Indien. Der 90-jährige Dorfdoktor, der mich in seinem Waisenhaus aufgenommen hatte, sein Adoptivsohn, der die Krankenstation leitete und mein Forschungsassistent, der für mich zu einem jüngeren Bruder wurde, der mich beschützte und den ich oft beschützen durfte. Sie alle erkrankten im April 2021 an Fieber. Sie hofften dass es nur das saisonale Fieber sei aber schließlich führte Atemnot zu einem sehr raschen Tod durch oder mit Covid19.

Seit einem Jahr arbeite ich nun größtenteils aus dem Homeoffice, so wie auch meine Kolleginnen und Kollegen, die versuchen im Rahmen der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar, mit engagierten Menschen und Organisationen in verschiedenen Ländern gegen Armut und Unterdrückung, gegen Gewalt und Ausbeutung aufzutreten. Diese Arbeit und auch der Blick darauf, was möglich ist, wenn mutige Menschen sich für andere einsetzen und engagieren, lässt hoffen, dass diese Pandemie nicht nur Trauer und Verluste in unser Leben bringt sondern auch Solidarität und Verständnis für einander.

Mutige Partnerorganisationen der Dreikönigsaktion leisten einen wichtigen Beitrag zur Notversorgung, helfen ein Spitalsbett oder Sauerstoff zu finden und Trost zu spenden.

 Bilder unserer Projektpartner / c DKA

 1. Thoughtshop Foundation: Jugendgruppen unterstützen Menschen mit dem Notwendigsten und informieren in Slums von Kolkata
 2. Savera: Soforthilfe durch die Partnerorganisation Savera in Jharkhand
 3. NERSWN: Kampagne gegen Kinderarbeit in Assam

Diashow: Bilder unserer Projektpartner / c DKA

Mehr Infos und online spenden: https://www.dka.at/corona-hilfe  

Als Hilfswerk, das von Kindern getragen wird im Rahmen des alljährlichen Sternsingens liegt uns das Schicksal von Kindern ganz besonders am Herzen

Aufgrund der Covid-Pandemie steigen erstmals nach 20 Jahren die Zahlen von ausbeuterischer Kinderarbeit wieder an. Kinderarbeit ist in Indien grundsätzlich verboten, aber die Realität sieht anders aus. Insgesamt müssen rund 10 Millionen Kinder in Indien gefährliche Arbeit verrichten. Die meisten von ihnen arbeiten bis zu 16 Stunden am Tag. Die Initiative Kinderarbeit stoppen ruft deshalb zu einer Mitmachaktion auf: Mit dem Aufruf „Du hast es in der Hand – gemeinsam Kinderarbeit stoppen“ können Menschen aller Altersgruppen symbolisch ihre Hand gegen Kinderarbeit zeigen. Die Fotoeinsendungen von Händen werden Teil einer großen gemeinsamen Fotowand. Die Symbol-Hände werden der österreichischen Regierung rund um den 12. Juni 2021, dem Tag gegen Kinderarbeit überreicht. Der Politik soll damit gezeigt werden, dass es Zeit ist aktiv zu werden. Damit Produkte - frei von Kinderarbeit – auf unseren Tellern und in unseren Kleiderschränken landen.

Helfen wir mit, das Leid der Kinder in Indien zu stoppen! www.kinderarbeitstoppen.at/mach-mit