Ruf als Dickmacher

"Böse" Kohlenhydrate zurück am Teller

Sie wurden in den vergangenen Jahren als Dickmacher verpönt und vom Speiseplan von Abnehmwilligen einfach gestrichen: Die "bösen" Kohlenhydrate feiern jedoch wieder ein Revival. Ernährungswissenschafterin Christina Lachkovics-Budschedl will, dass sich die Menschen wieder normal ernähren und sich von Nudeln, Reis und Eräpfeln nicht stressen lassen, sagte sie im APA-Gespräch. Gemeinsam mit Co-Autorin Sandra König präsentierte sie ihre Lobeshymne für Kohlenhydrate: Mit ihrem Zehn-Wochen-Programm "fit10" haben sich schon viele erfolgreich von ihren überflüssigen Kilos verabschiedet.

Richtiges Essen verlernt

"Die Menschen haben richtiges Essen völlig verlernt", meinte die Wissenschafterin. Es sei keine Kunst, abzunehmen. "Doch was folgt danach? Irgendwie muss man ja auch danach etwas essen." Enährungsexperten würden viel zu oft gegeneinander statt miteinander arbeiten. "Vor allem für Laien ist es nicht einfach, sich zurechtzufinden. Niemand weiß mehr, was nun richtig oder falsch ist, was man essen darf, soll oder nicht soll", sagte Lachkovics-Budschedl. "Und so hat uns die ständige Suche nach einer neuen, erfolgreichen Diät ins totale Diäten-Chaos geführt." Die Ernährungswissenschafterin will wieder den Weg zurück zu einem normalen Essverhalten führen.

Kein Kalorien zählen
In ihr "fit10"-Programm hat sie all ihre Erfahrung von elf Jahren als Enährungsberaterin gepackt. "Wir zählen keine Kalorien oder Punkte und nehmen auch kein Blut ab", so Lachkovics-Budschedl. Nur anfangs wird die Menge an Kohlenhydraten individuell je nach Körpergewicht und Körpergröße berechnet. Aus dem Angebot sollte man jedoch die richtigen Kohlenhydrate wählen, wenig einfache, mehr komplexe Kohlenhydrate. Denn Vollkornbrot etwa macht länger satt als Weißbrot.

Langfristiger Erfolg
Eine kohlenhydratfreie Ernährung sei vor allem auf längere Sicht höchst unbefriedigend, so Lachkovics-Budschedl. Sobald man wieder Nudeln oder Reis esse, drehe sich der Stoffwechsel um. "Daher müsste man für einen langfristigen Erfolg dauerhaft darauf verzichten." Erhöhung der Harnsäure, der Blutfettwerte und eine mögliche Entwicklung von Arteriosklerose seien die gesundheitlichen Folgen. Dabei seien die Kohlenhydrate das beste Brennmaterial. "Das Fett verbrennt nur in deren Feuer."

Drei Schritte
"fit10" gliedert sich in drei Schritte: "Es ist wichtig, den Körper immer wieder aufs Neue zu reizen. Nur so kann man abnehmen und das Wunschgewicht auch halten." Im ersten Teil darf zu jeder Mahlzeit Kohlenhydrate gegessen werden. Zunächst wir jedoch auf Butter, Margarine sowie Süßes verzichtet. Im zweiten Teil darf auch wieder genascht werden, dafür werden am Abend die Kohlenhydrate weggelassen. Dazu gibt es Zusatzaufgaben wie etwa einen Obst- und Gemüsetag pro Woche einzuhalten. Im dritten Teil kommen Reis, Nudeln und Erdäpfel am Abend wieder hinzu.

Dreimal am Tag essen
Gegessen wird streng nur dreimal am Tag und nicht zwischendurch. Nur in diesen Essenspausen von vier bis sechs Stunden verbrennt der Körper Fett. "Wenn man daher zwischendurch zum Beispiel nur ein Zuckerl oder Obst isst oder einen Saft trinkt, wird erneut Insulin freigesetzt und es kann kein Fett verbrannt werden." Für Familienfeiern oder Arbeitsessen können ihre Kunden innerhalb dieser zehn Wochen drei Joker verwenden, also außer Plan essen. Am nächsten Tag gehen sie wieder ins Programm zurück. "In der Gesellschaft muss man sich aber auch einmal ein Nein erlauben dürfen", so Lachkovics-Budschedl.

Buchtipp: Christina Lachkovics-Budschedl und Sandra König, Kohlenhydrate sind keine Dickmacher - Garantiert abnehmen mit dem 10-Wochen-Plan", 112 Seiten, 17,95 Euro, ISBN: 978-3-7088-0514-6, Informationen auch auf der Homepage www.fit10.at
 

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