Liebesromane tun Frauen nicht gut

Realitätsverlust

Liebesromane tun Frauen nicht gut

Liebesromane tun Frauen oft nicht gut - zu diesem Schluss ist die britische Paartherapeutin und Autorin Susan Quilliam gelangt. Wer die Liebesgeschichten von der gewöhnlich rehäugigen Heldin und ihrem Retter mit dem kantigen Kinn glaube, sei schon auf dem besten Weg ins Unglück, meint die Therapeutin in der britischen Fachzeitschrift "Journal of Family Planning and Reproductive Health Care". "Manchmal ist das Freundlichste und Klügste, was wir unseren Patientinnen raten können, das Buch wegzulegen - und der Wirklichkeit ins Auge zu blicken."

Höhen und Tiefen

Nicht nur, dass es in den Romanen nahezu nie "sicheren Sex" gebe, schrieb Quilliam. Vor allem bilde die Lektüre nicht "die Höhen und Tiefen einer Beziehung" ab, mit denen ein Paar in der Wirklichkeit zurechtkommen muss.

Quilliam zitierte eine Untersuchung, wonach nur in elf Prozent aller Liebesromane ein Kondom beim Geschlechtsverkehr erwähnt werde - dann aber meist nur, weil die Heldin "keine Barriere" zu ihrem Geliebten spüren wolle und das Präservativ ablehne. Normalerweise ende die Liebesgeschichte damit, "dass der Held die Frau aus einer Gefahr rettet und die Heldin sich fröhlich einem Leben mit sexuellen Höhepunkten beim Geschlechtsverkehr und endlosen, unbeschwerlichen Schwangerschaften hingibt", fasste die Therapeutin zusammen.

Anders als im Buch
Tatsächlich sollten Frauen aber begreifen, dass "das erste Mal" vielleicht nicht ganz so erfreulich sei und dass sie vielleicht "nicht zuverlässig" immer zum Orgasmus kommen könnten - dass sie deshalb aber keine schlechteren Menschen seien und sich ihrer eigenen Bedürfnisse bewusstwerden sollten, betonte die britische Autorin. "Mit Zuneigung und Humor lassen sich die Dinge enorm verbessern."
 

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