Was Kinder glücklich macht

Die besten Tipps

Was Kinder glücklich macht

Nach den langen ­Ferien sind die Akkus aufgeladen – und jetzt heißt es wieder die Schulbank drücken.

„Der erste Schultag ist etwas ganz Besonderes – nicht nur für Schulanfänger, sondern auch noch für Kids in Oberstufenklassen“, weiß die Wiener Gesundheitspsychologin und ehemalige ATV-Super Nanny Sandra Velásquez. Eltern mit Abc-Schützen rät sie: „Falls Sie Fotos von Ihrem eigenen Schulstart haben, ist es für Kinder sehr ermutigend, diese gemeinsam mit Ihnen anzusehen. Erzählen Sie Ihnen auch ein paar lustige Anekdoten!“ Auch bunte Schulutensilien geben den Kindern das Gefühl, dass der Schulanfang etwas Besonderes an sich hat.

Neustart
Für bereits Eingeschulte ist nun der perfekte Zeitpunkt, um alles ein wenig besser zu machen als im letzten Jahr. Diese Tipps helfen Eltern und Schülern dabei:

Arbeitsplatz
Die Lern­umgebung des Kindes sollte gemütlich und praktisch sein. In unmittelbarer Nähe zum Schreibtisch sollten sich leicht zugängliche Regale befinden, damit Hefte, Bücher und Ordner nicht am Schreibtisch oder darunter landen.

Neue Muster
Stress entsteht meist im Kopf. Helfen Sie Kindern, destruktive Denkmuster zu löschen („Mathe kann ich eh nicht!“), um unvoreingenommen ins neue Schuljahr zu starten. Neue Verhaltensmuster muss man (wie Muskeln!) trainieren, damit sie selbstverständlich werden.

Aufgaben
Der häufigste Stressfaktor in der Familie sind die Hausaufgaben: Oft werden sie nur widerwillig angefangen, und viele Schüler spekulieren darauf, dass ihnen Mutter oder Vater bei den Lösungen helfen. Es ist aber wichtig, dass Kinder lernen, selbstständig zu arbeiten. Das hilft:

- Lüften Sie das Zimmer, legen Sie das Arbeitsmaterial bereit und räumen Sie Ablenkendes aus dem Blickfeld. Für den Einstieg eine Routineaufgabe wählen: Gelingt diese, den Schwung für die nächste Herausforderung nutzen!

- Ideal für Schüler, die gerne trödeln: Mit Hilfe der Eltern abschätzen, wie lange man für eine Aufgabe braucht. Dann einen Wecker stellen – und gleich loslegen!

- Die beste Zeit für Hausaufgaben ist zwischen 15 und 18 Uhr. Da die Konzentrationsfähigkeit von Kindern begrenzt ist, sind je nach Alter bereits nach 20 bis 30 Minuten kurze Pausen notwendig.

- Manche Kinder bitten bei Hausaufgaben nur deshalb um Hilfe, weil sie die elterliche Zuneigung genießen. In diesem Fall sollten die Eltern versuchen, dem Wunsch nach Aufmerksamkeit außerhalb der Lernzeiten nachzukommen. Unterstützen Sie Ihr Kind, aber vermitteln Sie ihm auch, dass sie ihm selbstständiges Arbeiten zutrauen.


So födern Sie Ihr Kind richtig
Bewegung
Warum ist das so wichtig?

- Kinder, die sich täglich bewegen, schneiden bei Intelligenztests deutlich besser ab als Bewegungsmuffel. Auch die Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten profitiert von Sport.

- Geschult werden sollte auch der Gleichgewichtssinn: Kinder mit gutem Balanciervermögen (etwa längere Zeit auf einem Bein stehen können) sind in Mathematik, Deutsch und Sport im Schnitt um 0,7 Notenstufen besser als Kinder mit schlechtem Gleichgewichtssinn.

Was tun? Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind täglich ein bis zwei Stunden lang bewegt – egal wie. Wenn möglich: Den Schulweg zu Fuß ­zurücklegen!

Besser essen
Was bringt es?

- Kinder, die sich ausgewogen und qualitativ hochwertig ernähren, schneiden in verschiedenen Tests um 41 Prozent besser ab als Mitschüler, die sich einseitig ernähren. Tipp: Zwei Mal die Woche sollte Fisch auf den Teller!

- Wer gesund frühstückt, kann sich bis zum Abend besser konzentrieren. Ideal in der Früh: Müsli, Obst, Vollkornweckerl, magerer Schinken.

Was tun bei Morgenmuffel? Kinder, die morgens nicht gerne frühstücken, sollten wenigstens einen Bissen essen oder einen Milch-Früchte-Getreide-Shake trinken – und dann vollwertig jausnen. Und viel trinken!

Nährstoffe
Was bringt es?
- Bestimmte Mineralstoffe und Spurenelemente sind für Kinder besonders wichtig: So etwa führt Eisenmangel zu Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. 


- Insbesondere für unruhige, hyperaktive Kinder kann der Mineralstoff Magnesium (enthalten in Bananen und grünem Blattgemüse) hilfreich sein.

- Auch eine gute Versorgung mit B-Vitaminen (enthalten in Eiern, Nüssen, Huhn, Spinat) und Zink (in Meeresfrüchten, Vollkornprodukten) ist entscheidend (siehe Kasten rechts).

Was tun? Diese Nährstoffe werden am besten durch vollwertige, abwechslungsreiche Ernährung aufgenommen – bei Bedarf auch durch Nahrungsergänzungsmittel (Apotheke).

 

Guter Schlaf
Was bringt es?

- Schüler, die regelmäßig länger schlafen als ihre Klassenkameraden, haben in der Regel auch bessere Schulnoten.

- Regeneration ist wichtig: Schüler mit guten Noten schlafen an Schultagen im Schnitt um 25 Minuten länger als ihre Klassenkameraden mit Noten im unteren Leistungsbereich.

Was tun? Die Kinder sollten so früh ins Bett gehen, dass sie, ihrem Alter entsprechend, ausreichend Schlaf bekommen: Grundschulkinder brauchen etwa zehn Stunden. Kurz vor dem Schlafengehen nicht mehr fernsehen oder Computer spielen!

Musizieren
Was bringt es?

- Schon das Hören von Musik kann die allgemeine Leistungsbereitschaft erhöhen: In einer Studie konnte zehnminütiges Hören von Mozarts Klaviersonaten das Abschneiden in einem IQ-Test deutlich verbessern.

- Musizieren fördert Kreativität, mathematisches Verständnis, Teamfähigkeit und (emotionale) Intelligenz.

Was tun? Musikhören vor den Hausaufgaben kann das Lernen günstig beeinflussen. Unterstützen Sie Ihr Kind, wenn es ein Musikinstrument lernen möchte, und beziehen Sie Ihr Kind bei der Wahl des Instrumentes mit ein.

Lernhilfen
Düfte: In einer Umgebung, die angenehm riecht, lernen Schüler besser. Verwenden Sie Aromaöle in Duftlampen: Konzentrationsfördernd sind Pfefferminze oder Zitrusdüfte (wie Orange, Grapefruit oder Zitrone). Lavendel und Kamille wirken beruhigend.

Kaugummi: Das Kauen von zuckerfreiem (!) Kaugummi wirkt sich günstig auf das Lang- und Kurzzeitgedächtnis aus: Wer beim Lernen kaut, behält mehr Lernstoff, da mehr Blut und Sauerstoff ins Gehirn gelangen.


Powerstoffe für Schulkinder

Eisen
Schon ein leichter Eisenmangel kann zu schlechteren Leistungen bei Tests führen. So etwa haben Kinder mit Eisenmangel oft Probleme in Mathematik. Betroffen sind meist Kinder, die weder Fleisch noch Fisch mögen. Ein Eisen­mangel lässt sich leicht durch eine Blutunter­suchung nachweisen.

Zink
Jugendliche, die ausreichend mit Zink versorgt sind, arbeiten schneller und bringen bessere Ergebnisse. Während der Wachstumsphasen kann es zu Zinkmangel kommen. Zink sollte vor allem über die Nahrung aufgenommen werden. Top-Quellen: Fleisch, Nüsse, ­Haferflocken, Käse.

B-Vitamine
Insbesondere ein Mangel an Vitamin B12 und Folsäure kann sich auf die geistige Leistungsfähigkeit nachteilig auswirken. Die besten natürlichen Quellen sind Fleisch, Fisch, Milch (Vitamin B12), Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse (Folsäure), Vollkornprodukte, Bierhefe (Vitamin B1) sowie Fisch und Getreide (Vitamin B6).

Magnesium
Dieser Mineralstoff (in Vollkornprodukten, Gemüse, Mineralwasser) lässt Stress abblitzen und liefert Energie.

Omega-3-Fettsäuren
Auch diese gesunden Fettsäuren (in Fisch, Leinöl) verbessern das Konzentrationsvermögen.

Interview mit Psychologin Sandra Velásquez zum Thema Schulstart

Was kann man tun, damit der Schulstart optimal gelingt?
Sandra Velásquez:
Das hängt natürlich vom jeweiligen Kind und seinem Verhältnis zur Schule ab. Bei manchen Kindern ist kaum Vorbereitung notwendig. Gut wäre es in jedem Fall, die Schlafzeiten wieder an den Rhythmus des Schultages anzupassen, die Schultasche vorzubereiten und vielleicht den Lernstoff des letzten Schuljahres zu üben. Bei Kindern, die ein gespannteres Verhältnis zur Schule haben, kann eine intensivere Vorbereitung den Startstress erleichtern.

Was könnte man da tun?
Velásquez:
Man könnte zum Beispiel ein Ferienschlusstreffen mit Freunden oder Schulkollegen veranstalten. Oder den Lernplatz neu gestalten – mit bunten Elementen, wie Postern, oder die Regale mit einer anderen Farbe streichen. Bei jüngeren Kindern, die das erste Mal alleine den Schulweg gehen werden, kann ein altes Handy mit Wertkarte („Falls Du mich brauchst, kann Du mich anrufen.“) gemeinsam mit dem Einüben des Schulweges den Schulstart in etwas Aufregendes verwandeln.

Etwa 15 Prozent aller Kinder leiden unter Schulangst. Was hilft dagegen?
Velásquez:
Ein gesundes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind der beste Schutz. Wiederholte frustrierende Erlebnisse durch Erziehungsprobleme oder Überforderung mit dem Schulstoff, aber auch negative Erfahrungen mit Schulkollegen können Schulangst hervorrufen. Geben Sie Ihrem Kind Zuspruch, und bleiben Sie unterstützend. Pflegen Sie den Kontakt mit den Lehrern, und lernen Sie die Eltern der anderen Klassenkameraden kennen. Dies ist besonders wichtig, wenn Mobbing als Ursache der Ängste Ihres Kindes vermutet wird. Wenn Sie nicht weiterwissen und Hilflosigkeit spüren, ist es höchste Zeit, psychologische Unterstützung zu suchen.

Ein Konfliktthema sind oft die Hausaufgaben. Muss ich als Elternteil dabeisitzen?
Velásquez:
Kinder sollten spüren, dass Schule wichtig ist. Wenn Sie von Anfang an Strukturen legen, die das korrekte Erledigen der Hausaufgaben unterstützen, wird Ihr Kind diese als Teil seines Lebens empfinden. Je jünger das Kind ist, umso mehr Begleitung kann nötig sein. Die Intensität dieser Begleitung – vom Erklären bis zum Kontrollieren – hängt von der Selbstständigkeit und vom Geschick des Kindes ab. Bleiben Sie aber in jedem Alter achtsam und involviert!

Autor: Kristin Pelzl-Scheruga
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