Bei der Technologie-Messe CES hat Robotik KI als Buzzword abgelöst. Trotzdem steckt die KI drin. Aktien der Robotik-Unternehmen sind im Aufwind.
KI ist in aller Munde – außer auf der CES: Heuer stand bei der weltweit beachteten Digital-Messe in Las Vegas die Robotik im Vordergrund, die Artificial Intelligence war eher das große Ding vom letzten Jahr. Daraus ein baldiges Platzen der KI-Blase abzuleiten, wäre allerdings verfrüht: Die Akteure sind identisch. Denn auch in der Robotik kommen KI-Technologien stark zum Einsatz, und die wichtigen IT-Konzerne sind auf beiden Feldern präsent. Das Motto auf der CES lautete entsprechend, KI in der physischen Welt zum Einsatz zu bringen.
KI wäscht, kocht und bügelt
So zeigte Elektronikriese Samsung aus Südkorea eine KI für Waschmaschinen, die automatisch das richtige Waschprogramm wählt – entsprechend der Schmutzwäsche des Users. Ein passender humanoider Roboter dazu kommt von LG (ebenfalls aus Südkorea): Er kann die getrocknete Wäsche falten. Auf breite industrielle Anwendung setzt dagegen Hyundai aus Japan mit seiner neuen Roboter-Generation, die in Fabrikhallen zum Einsatz kommen soll. Und Hyundai scheint damit schon recht weit zu sein, im Gegensatz zu Tesla, wo die Produkte den Ankündigungen in letzter Zeit oft hinterherhinken.
Auch die britische Chip-Schmiede Arm, deren Technologie von Apple bis Samsung alle Smartphones antreibt, hat auf der CES einen großangelegten Vorstoß in die Robotik angekündigt: Sie gründet dazu eine neue Division namens „Physical AI“, in der die hauseigene Technik sowohl für Robotik wie Autos gebündelt wird.
Big Business
Wer von soviel Technik beim Messe-Besuch hungrig wurde, dem konnte Bosch helfen: Die Europäer demonstrierten eine KI-gesteuerte Herdplatte, die Steaks zubereitet. Und was ist mit Apple? Der iPhone-Konzern nimmt nie an der CES teil, er setzt für Produktvorstellungen auf seine eigenen Events. Apple soll aber an Roboter-Technik für den Haushalt arbeiten und könnte im Jahr 2040 damit jährlich 133 Milliarden US-Dollar Umsatz generieren, so zumindest eine „Research Note“ von Morgan Stanley: Aktuell sei Robotik vor allem ein Thema für die Industrie, doch ab 2030 werden Haushaltsroboter als Markt kräftig wachsen, heißt es.
Kampf-Android T800 kommt aus China und kostet 25.000 US-Dollar
Manche Roboter sind auch kampffähig, wie der T800 des Chinaherstellers EngineAI.