Syrischer Flüchtling fordert:

"Jeder Österreicher sollte Flüchtlinge bei sich aufnehmen"

Aras Bacho ist ein syrischer Flüchtling, der in Deutschland lebt. Er schreibt in seinen Offenen Briefen über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland und Europa.
 
"Wer Integration fordert, sollte damit beginnen sich zu fragen, weshalb eine Integration länger dauert oder warum sie teilweise bei vielen Flüchtlinge und Migranten nicht funktioniert. Die Integration bedeutet für die Einen, die Sprache zu beherrschen, dem Land, in dem man wohnt, gegenüber respektvoll zu sein und die Steuern zu bezahlen. Für die Anderen ist man integriert, wenn man die Sprache gut kann und sich in Deutschland benimmt.

Das Thema Integration ist schwierig und eine ausführliche Diskussion darüber kann man leicht finden. Jeder gibt nur seine Meinung dazu, aber es gibt Fakten, die man ungehindert ignorieren kann. Die Integration funktioniert nur auf zwei Seiten – von einer Seite aus, ist zu wenig.

Österreicher und Flüchtlinge sollten gemeinsame Ausflüge machen und zusammen lernen. Das macht den Neuankömmling schlauer, und kann sehen wie ein Österreicher lebt und kann mit ihm gemeinsam diskutieren. Eine Diskussion zwischen zwei Unbekannten führt zum Lernen der Sprache. Wenn ein unbekanntes Wort wiederholend aus dem Mund des Flüchtlings kommt, kann es nicht passieren, dass er es wieder vergessen wird und so haltet er sich an die grammatikalischen Regeln und die Aussprache.

Ich bin dafür, dass jeder Österreicher Geld an Flüchtlinge spendet, oder sie vielleicht bei sich zu Hause aufnimmt. Viele Österreicher meinen, eine Spende ist die, die ich monatlich in die Staatskasse zahle und dies wiederum findet sich später bei Flüchtlingen. Diese Aussage kritisiere ich unaufhaltsam, weil sie falsch ist. Derjenige, der Steuern zahlt, weiß, die Steuern sind nicht freiwillig, sondern eine Pflicht. Pflichten sind nicht freiwillig und deshalb sollte man es nicht als Spende bezeichnen.

Eine Spende ist, wenn jemand freiwillig armen Menschen eine kleine oder große Zahl an Geld spendet. Das nennt man humanistisch. Alle Christen sollten eigentlich wissen, dass auch Jesus dafür war und er sagte auch: „Wenn es nötig ist, gibt ihnen auch euer Haus und euer ganzes Geld.“ Wie man sieht, halten sich nicht alle Christen an diese Vorgaben. 

Die Gelder könnten Flüchtlinge gut gebrauchen, nachdem sie ihren letzten Cent ausgegeben haben. Man weiß auch, dass die Flüchtlinge unterschiedliche Summen an Geld monatlich bekommen, mancher weniger als 300 Euro, wenn sie in Asylunterkünften untergebracht sind. Danach bekommen die Flüchtlinge über 500 Euro, wenn sie in einer Wohnung wohnen.

Ich kann auch als erfahrener Flüchtling sagen: Das Geld hat mir damals gut geholfen. Mit dem Geld habe ich mir Klamotten, Bücher und weitere Sachen gekauft, als mein eigenes Geld nicht ausreichte. Bücher haben mir beim Lernen der Sprache geholfen. Ich lese bis Dato viel. Die meisten Bücher sind von Freunden, die ich während mancher Praktika kennengelernt habe.

Österreicher müssen Flüchtlinge bei sich im eigenen Heim aufnehmen - diese Forderung wird beiden Seiten zu Gute kommen. Wie ich oben erwähnt habe, kann die Integration nur gelingen, wenn beide Seiten daran arbeiten. Dies funktioniert, wenn Flüchtlinge auch bei Österreichern wohnen – wiederum werden Wörter ausgetauscht und der Österreicher kann die Amts-Briefe an den Flüchtling lesen und auf in einfacher Sprache dem Flüchtling erklären.

Die Hilfe kann auch bei Hausaufgaben von der Schule sein - Flüchtlinge können meistens die Lücken nicht alleine füllen und brauchen Hilfe einer Zweitperson. Man kann zusammen ins Schwimmbad gehen, in die Natur oder in wo man hinwill. Die Betten und alle anderen Sachen bekommen meistens die Neuankömmlinge vom Staat geschenkt. Das heißt, der die Flüchtlinge bei sich aufgenommen hat, wird sich nur um die Integration Sorgen.

Natürlich sollten die beiden, der Flüchtling und der Österreicher Willen zeigen, der Eine sollte die Hilfe annehmen und der Andere anbieten. Später wird man sich selbst für die geleistete Arbeit danken. Es wäre schön, wenn dies jeder machen würde."

Mit freundlichen Grüßen, 

Auto: Aras Bacho
 
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