Video zum Thema AKH-Top-Arzt Klepetko im Interview
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Welt zittert um Sport-Legende

Lauda kämpft um sein Leben

Wien. Für Entwarnung ist es noch zu früh, doch Freitagmittag kamen erstmals optimistische Töne aus dem Wiener AKH über den Gesundheitszustand von Niki Lauda. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Prof. Walter Klepetko, Chef der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie im AKH zu oe24.TV. Er stand dem Ärzteteam vor, das am Donnerstag die Lungentransplantation beim Formel-1- und Airline-Manager durchführte.

Die Ärzte leiteten auch bereits die Aufweckphase ein, mit der Lauda aus dem Tiefschlaf geholt werden soll. Geht alles gut, ist Lauda heute wieder ansprechbar.

Natürlich ist sein Zustand nach wie vor ernst. Vor der Operation hatte akute Lebensgefahr bestanden. Wie ÖSTERREICH als erstes Medium berichtete, war Lauda am 20. Juli von Ibiza ins AKH eingeflogen worden. Er hatte auf „seiner Insel“ offensichtlich eine Sommergrippe unterschätzt, der Infekt hatte sich zu einer Lungenentzündung ausgewachsen.

Sieben Tage lang war er an "Pumpe" angeschlossen

Krise. Nach Tagen auf der Intensivstation hatte es kurz so ausgesehen, als würde sich Laudas Zustand bessern. Am vergangenen Wochenende aber musste Lauda an die „Pumpe“, eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden, konnte nicht mehr selbstständig atmen. Mittwoch verschlimmerte sich die Krise, den Ärzten war klar, dass die Lunge nicht mehr lebens­fähig war und ersetzt werden musste. Für Lauda Glück im Unglück: Er befand sich im Wiener AKH, das einzige Spital in Österreich, das so eine Lungentransplantation durchführen kann, und anerkannt eine der besten Kliniken der Welt auf diesem Gebiet.

AKH Weltspitze. Das AKH verfügt auch über eine hervorragende internationale Spenderdatenbank, mittels der umgehend ein geeignetes Organ herangeschafft werden kann. Nach drei Tagen Wartezeit wurde Mittwochnacht eine Spenderlunge aus Deutschland eingeflogen und mit Blaulicht ins AKH gebracht. „Wenn jemand plötzlich in die oberste Dringlichkeitsstufe für eine Lungentransplantation kommt, erfolgt die Organzuteilung mit höchster Dringlichkeit“, erklärt Prof. Klepetko, warum das Spenderorgan so schnell verfügbar war.

Lauda muss sein künftiges Leben komplett umstellen

Medikamente. Im AKH werden im Jahr 120 Lungentransplantationen durchgeführt. Was die Behandlung bei Niki Lauda so einzigartig kompliziert macht, sind die schwierigen Begleitumstände: Auch andere Organe sind bei ihm schwer beeinträchtigt:

  • Niki Lauda lebt seit Jahren mit zwei fremden Nieren. 1997 spendete Bruder Florian eine, 2005 dann seine spätere Ehefrau Birgit.
  • Vor drei Monaten bereits musste er sich einer bisher geheim gehaltenen Herzoperation unterziehen und bekam einen Stent eingesetzt.
  • Auch die Lunge war nach seinem Feuer-Unfall im Jahr 1976 schwer beschädigt. Giftige Gase, die er damals einatmete, verätzten das Organ.
Vor allem die Nieren- und Herzprobleme bedeuten, dass Lauda viele Medika­mente nicht einnehmen darf, die für andere Lungenpatienten selbstverständlich wären. Seine Behandlung ist also eine absolute Gratwanderung.
 
Die Chancen stehen für Niki Lauda dennoch gut – die Überlebensrate für die ersten fünf Jahre liegt bei 70 Prozent. Die nächsten Tage entscheiden darüber, ob die Lunge von seinem Organismus angenommen wird.
 
Von seinem bisherigen Leben wird sich der rastlose „Niki Nazionale“ jedenfalls verabschieden müssen. Transplantationspatienten müssen mit bis zu 50 Medikamenten täglich leben, sich permanent untersuchen lassen, ob es zu einer Abstoßung kommt, jede Ansteckung vermeiden.
 
Seine Familie, Ehefrau Birgit und die erwachsenen Söhne Mathias und Lukas, sind bei ihm.
 
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