Gerichtsurteil

Hartes Urteil

Bluttat in Gerasdorf: Tschetschenische Diaspora froh über Urteil

 Allgemeine Zustimmung zu hartem Urteil für Mord an Videoblogger in Gerasdorf. 

Vertreter der tschetschenischen Diaspora in Österreich und Europa haben sich positiv über ein hartes Urteil des Landesgerichts Korneuburg geäußert. Das Gericht hatte am Freitag den 48-jährigen Tschetschenen Sar-Ali A. für die Ermordung des tschetschenischen Videobloggers Martin B. alias "Ansor aus Wien" zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Weil die Verteidigung Rechtsmittel angemeldet hat, ist das Urteil vorerst nicht rechtskräftig.

"Wir sind zufrieden, dass das Gericht diese Entscheidung gefällt hat", kommentierte am Samstagvormittag der in Wien lebende tschetschenische Exilpolitiker Khuseyn Iskhanov gegenüber der APA. Für ein solches Verbrechen dürfe es keine sanfte Reaktion geben, die ihrerseits zu noch schwereren Verbrechen führen würde, sagte er.

Anschlag überlebt

"Das Urteil hat uns sehr gefreut und ist genau das, was wir uns für den Mörder gewünscht haben – eine maximal harte Strafe", sagte der populäre tschetschenische Videoblogger Tumso Abdurachmanow, der im Februar 2020 in Schweden selbst einen Anschlag überlebt hatte. Er hoffe, dass Sar-Ali A.s Berufung keinen Erfolg haben und das Urteil auch in der nächsten Instanz halten werde, sagte Abdurachmanow zur APA. "Der nächste Killer wird gut nachdenken, bevor er zu einer Tat schreitet", meinte er am Freitagabend.

Bereits zuvor hatte sich nach Ende der Gerichtsverhandlung in Korneuburg auch die Witwe des getöteten Martin B. in ähnlicher Weise zu Wort gemeldet. "Ich bin froh, dass er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde und mir ist in der Seele jetzt leichter", kommentierte sie am Freitagnachmittag der APA. Sie hoffe, dass die Berufung keinen Erfolg haben werde, erklärte sie. Während minderjährige Kinder von Martin B. vor dem Gerichtssaal warteten, hatten die Witwe und auch die Schwester des Getöteten die gesamte Gerichtsverhandlung am Freitag schweigend verfolgt.
 



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