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Wie im Film

Krimi um 160.000-Euro-Kunstraub

Die ganze Welt staunt über den Kunst-Diebstahl am helllichten Tag in einem Auktionshaus.

Wien. Polizeisprecher Patrick Maierhofer ist derzeit weltweit gefragter Interviewpartner: „Von CNN über die New York Times bis zu ABC“, allen gab er gestern Interviews. Seit Anfang der Woche steht Wien wegen eines Meister-Coups im Rampenlicht. Wie  im berühmten Hollywood-Film Ocean’s 8 wurde ein Kunstwerk (im Film ein Collier) in der Öffentlichkeit entwendet.

Coup vor Auktion. Montag um 17.15 Uhr schritten drei professionelle Diebe zur Tat. Im Auktionshaus Dorotheum nahm einer der Männer ein Werk des weltbekannten französischen Impressionisten Pierre Auguste Renoir (Küstenlandschaft, Wert bis zu 160.000 Euro) von der Wand. Noch schöpfte niemand Verdacht, bei einer Auktion ist das normal. Dann, so die Vermutung, lenkten die Komplizen die Sicherheitsmänner ab. Das Bild verschwand in einer Tasche, die Männer machten sich aus dem Staub. Seitdem sind sie unauffindbar (Stand Redaktionsschluss gestern Abend).

Weltweite Ermittlungen. Im Hintergrund arbeiten die Ermittler mit Hochdruck. Einerseits in Wien: Akribisch werden die Pensionen und Hotels in der Stadt untersucht – ob die Täter hier übernachtet haben. Dann wird auch Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen. Die andere Ebene ist die internationale Zusammenarbeit, so Polizist Maierhofer zu ÖSTERREICH: „Die Fotos werden in zahlreichen Ländern überprüft. Andere Fälle von Kunst-Raub und die Verdächtigen werden verglichen.“

© LPD Wien
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Die Polizei fahndet nach diesen drei Männern
 

Noch bleiben die Security-Maßnahmen unverändert

Unverkäuflich. Rätselhaft bleibt das Motiv: Kunst gilt im Allgemeinen als unverkäuflich, weil jederzeit nachvollziehbar ist, wer offizieller Besitzer ist. Deswegen gab es im Vorjahr nur 172 gemeldete Fälle von Kunstdiebstahl (Gesamtwert unter einer Million Euro). Auch im Dorotheum bleibt man gelassen, über schärfere Sicherheitsmaßnahmen werde man erst nachdenken, wenn die Auktionswoche vorbei ist.

 

Video zum Thema: Kunstraub: Sicherheitsexperten im Interview
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Experte: "Eine Sicherung an der Wand ist bei einer Auktion nicht möglich"

Otto Ressler ist Besitzer eines  Auktionshauses, er war früher auch im Dorotheum tätig.

ÖSTERREICH: Kann man Kunst nicht besser absichern?

Otto Ressler: Das Beste ist die Dokumentation. In einem Auktionshaus passiert das auf ideale Weise. Der Dieb weiß das und dass das Werk dann kaum verkaufbar ist.

ÖSTERREICH: Wieso macht er es dann? Ist es wie im Film ein Auftrag von einem Sammler?

Ressler: Das kenne ich nur aus Hollywood. In diesem Fall würde ich es nicht ausschließen. Es scheint eine ­gezielte Aktion zu sein.

ÖSTERREICH: Wie sind die Bilder gesichert?

Ressler: Im Allgemeinen gibt es eine Videoüberwachung und es gibt Wachpersonal. Bei einer Auktion wollen Leute die Werke von der Vorder- und der Rückseite sehen, weil sie sich vergewissern wollen, ob alles in Ordnung ist, bevor sie es kaufen. Das schließt aber manche Sicherungsmaßnahmen, zum Beispiel elektronische, aus. Eine Sicherung an der Wand ist nicht möglich.

ÖSTERREICH: Sind Museen seit dem Diebstahl der Saliera (2003) sicherer geworden?

Ressler: Ich kann mir vorstellen, zumindest die Wachen müssen seitdem bei jedem Alarm gefälligst nachschauen gehen. Aber in der Szene spricht man kaum über Sicherheitsmaßnahmen – und das ist vernünftig so.

 

Schwarzer November für "Krone"-Besitzer

Kein guter Monat für die Verlegerfamilie Dichand. Sie ist am Dorotheum beteiligt, für das der freche Coup ein imagemäßiges Desaster bedeutet. Schon am 12. November steckten die Dichands eine Niederlage ein. Immo-Mogul Rene Benko kaufte 24,5% an der Krone – eine feindliche Übernahme.

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