Bundesheer räumt Fehler ein

A22-Karambolage

Bundesheer räumt Fehler ein

Vorgeschriebene Sicherheitsbestimmungen wurden bei der Bundesheerübung, die einen tödlichen Crash auf der A22 verursachte, nicht eingehalten.

Das Verteidigungsministerium räumte bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien Fehler rund um die Karambolage ein:

Bei Zündungen von insgesamt fünf Nebelhandgranaten auf einem Garnisonsübungsplatz unweit der A22 seien vorgeschriebene Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten worden, so Generalmajor Paul Kritsch, Leiter der Gruppe Kontrolle im Verteidigungsministerium.


Foto: (c) APA

Er könne einen kausalen Zusammenhang zwischen den Zündungen der Nebelhandgranaten und dem Unfall auf der A22 "nicht in Abrede stellen", sagte Kritsch.


Ein Kamerabild zeigt den Nebel
bei einer Agip-Tankstelle auf der A22, Foto (c) APA

Festzustellen hätte dies aber die zuständige Staatsanwaltschaft Korneuburg. Dort werden laut Kritsch Ermittlungen gegen zwei Bundesheer-Angehörige wegen des Verdachtes der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung geführt.

Rekruten eingeschüchtert?
Ob es Einschüchterungen gegen Rekruten gegeben habe, sei noch nicht klar, so Christian Mayer, Leiter der Abteilung Disziplinar- und Beschwerdewesen im Verteidigungsministerium. Diesem Vorwurf gehe die parlamentarische Bundesheerbeschwerdekommission nach, ebenso jenem der unterlassenen Hilfeleistung.

Abstand zur A22 zu gering
Die Nachtlehrvorführung wäre unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen "in dieser Art" nicht durchführbar gewesen, so Kritsch. Der Abstand, der einzuhalten gewesen wäre, betrage 300 Meter, die Unfallstelle lag 260 Meter von jener Stelle entfernt, wo die Zündungen erfolgten. 110 Meter war die kürzeste Distanz zur A22. Die Aussagen der 75 Soldaten, die an der Übung teilnahmen, hätten bestätigt, dass die künstlich erzeugte Nebelwand in Richtung einer Tankstelle gezogen sei, die wenige Meter vom Unfallort auf der A22 entfernt liegt, erläuterte Kritsch.

Fall wird mehrfach durchleuchtet
SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos lässt die Causa mehrfach parallel untersuchen. Daran arbeiten: das Militärkommando NÖ, die Gruppe Kontrolle (höchstes Kontrollgremium im BMLVS), die Disziplinarbteilung und die Bundesheer-Beschwerde-Kommission. Alle sind angewiesen, voll mit Staatsanwaltschaft und Polizei zu kooperieren.

Alle Übungsplätze werden überprüft
Der Garnisonsübungsplatz Korneuburg wurde als erste Konsequenz für Rauch erzeugende Mittel gesperrt. Darüber hinaus hat Darabos angeordnet, dass alle ständigen Übungsplätze des Bundesheeres in Hinblick auf die Sicherheitsbestimmungen genauestens zu überprüfen sind. Im Bedarfsfall müssen die Bestimmungen überarbeitet werden.

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