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Tullnerfeld

Füchse und Krähen fielen Giftködern zum Opfer

In der Region Tullnerfeld in Niederösterreich ist es wieder zu Vergiftungen von Wildtieren gekommen.

Einen illegalen Gifteinsatz im Tullnerfeld haben WWF (World Wide Fund for Nature) und NÖ Landesjagdverband in einer Aussendung am Dienstag verurteilt: Vor kurzem seien in den Donau-Auen bei Zwentendorf zwei Füchse und fünf Rabenkrähen mit Carbofuran präparierten Giftködern zum Opfer gefallen.

Vorsätzliche Vergiftung von Wildtieren
Immer wieder komme es zum Missbrauch dieses hochtoxischen Pestizides, das unter dem Handelsnamen "Furadan" in der Landwirtschaft weit verbreitet und legal erhältlich sei: Es werde von unverantwortlichen Einzelpersonen dazu verwendet, um Füchse, Marder, Hunde, Katzen, Greifvögel oder Krähen zu vergiften. "Es ist purer Zufall, dass nicht ein Seeadler Opfer der heimtückischen Giftleger wurde", so Bernhard Kohler, Leiter des WWF-Seeadlerprojektes.

Gefahr für geschützte Tierarten
Wie weiter ausgeführt wurde, kämpft der WWF seit Jahren für die Rückkehr des österreichischen Wappenvogels, für den es nach einem Jahrhundert Verfolgung und Ausrottung nun wieder Hoffnung gebe: Derzeit halten sich in den Donau-Auen des Tullnerfeldes bis zu sechs Seeadler auf. Da die Tiere im Winter auch Aas fressen, stellen neben den Giftködern auch die Giftopfer eine große Gefahr für sie dar. "Einer der vergifteten Füchse lag auf freiem Feld und hätte leicht von einem Adler gefunden werden können", so Kohler. Die mühsam errungenen Artenschutzerfolge für diese europaweit gefährdete Greifvogelart würden mit einem Schlag zunichte gemacht.

Jagdverband unterstützt WWF
Im Rahmen der Initiative "Vorsicht Gift!" setzt sich die Naturschutzorganisation in Zusammenarbeit mit dem Lebensministerium und der Jägerschaft gegen den illegalen Gifteinsatz ein. "Der Landesjagdverband wird die polizeilichen Ermittlungen aufmerksam verfolgen und in der Folge die nötigen Maßnahmen setzen", versicherte Lebersorger.

Mindestens sieben Seeadler vergiftet
Der Aussendung zufolge wurden in den vergangenen Jahren in Ostösterreich mindestens sieben Seeadler Opfer von Giftanschlägen. Daneben starben auch zwei Kaiseradler, ein Rotmilan sowie etliche andere Vögel und Säugetiere. Die jüngsten Fälle im Tullnerfeld hatte eine Spaziergängerin entdeckt und gemeldet.

WWF und NÖ Landesjagdverband fordern dringend dazu auf, Funde von verendeten Tieren oder Giftködern bekannt zu geben (bei der Polizei österreichweit unter 059/133 oder bei der WWF-Gifthotline 0676/444 66 12, mailto:gift@wwf.at, NÖLJV Tel.: 0664/9255070).

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