Zertifikate in St. Pölten ohne Impfung ausgestellt

Nächster Skandal: Festnahme im Impfzentrum

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Schon wieder: In einer Impfstation wurden gefälschte Zertifikate ausgestellt.

NÖ/Wien. Der Mega-Skandal in Österreichs größter Impfstraße, dem Austria Center Vienna (ACV) in Wien-Donaustadt, ist polizeilich noch nicht restlos aufgearbeitet, da schrillten in St. Pölten erneut die Alarmglocken. Im dortigen Landesimpfzentrum NÖ (Traisencenter) wurde am Wochenende ein medizinischer Mitarbeiter beim Fälschen eines Corona-Impfpasses auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Wie in Wien sollen Zertifikate ohne entsprechende Impfung ausgestellt worden sein.

„Notruf Niederösterreich“, der Betreiber der bislang von den St. Pöltenern hochgelobten Impfstraße, kam dem festgenommenen Mitarbeiter selbst auf die Schliche und informierte die Polizei. Die Ermittler sollen den medizinischen Angestellten daraufhin observiert haben. Als sie ihn in fla­granti erwischten, machten sie dem Spuk endgültig ein Ende.

Ausmaß des Betruges noch nicht bekannt

Über des Ausmaß des jüngsten Skandals hüllen sich die Behörden in Schweigen. Wie viele Zertifikate ohne entsprechende Impfung und an wen weitergereicht wurden, ist unklar. Ob der Verdäch­tige Komplizen hatte, beantwortet die zuständige Staatsanwaltschaft mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht. Wegen des Verdachts des schweren Betrugs und Urkundenfälschung hat das LKA NÖ die Ermittlungen übernommen.

Auch im Wiener Fall um das Austria Center sind die Erhebungen noch nicht abgeschlossen. Dort sollen mehrere Beschäftigte des Arbeiter-Samariter-Bundes Österreich (ASBÖ) zunächst aus Gefälligkeit und später gegen Geld ­gefälschte Impfpässe ausgegeben haben. Der ASBÖ sprach von „mehreren Dutzend Fällen, aber unter 100“. Die Mitarbeiter wurden nach Bekanntwerden des Skandals gefeuert.

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