Noch diese Woche zu

Nach Messer-Mord: Asylheim wird fix geschlossen

Asylwerber werden in andere Quartiere verlegt.

Wullowitz/Leopoldschlag/Linz. Die nach der Messerattacke in Wullowitz geforderte Schließung des Asylwerberheims in der Gemeinde ist laut Rotem Kreuz fix. Die verbleibenden 20 Asylwerber sollten ursprünglich im ersten Quartal 2020 in andere Quartiere umgesiedelt werden. Dies werde nun vorgezogen und bereits in der kommenden Woche erfolgen, so das Rote Kreuz in einer Aussendung.

Derzeit seien in dem Heim 20 Flüchtlinge untergebracht, in dem Ortsteil leben 60 Einwohner, schilderte der Bürgermeister. Das Haus direkt an der tschechischen Grenze hält er auch deshalb nicht für ideal, da es nur eine schlechte Anbindung an den öffentlichen Verkehr gebe. An Wochenenden gebe es überhaupt keine Busverbindung. Sein Wunsch nach Schließung der Unterkunft habe er bereits dem Betreiber, dem Roten Kreuz sowie Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne) mitgeteilt. Eine erste Unterredung soll es Dienstagnachmittag geben.

Landeshauptmann Stelzer wünscht Betreuer beste Genesung

Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) hat inzwischen noch für diese Woche die Einberufung des Landessicherheitsrats angekündigt. Sein blauer Stellvertreter Manfred Haimbuchner hatte dies bereits Montagabend gefordert. Beide wünschten am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz dem Betreuer, der in akuter Lebensgefahr schwebt, beste Genesung. Den Hinterbliebenen jenes 63-jährigen Landwirts, den der 33-jährige Asylwerber auf der Flucht mit einem Messer erstochen haben soll, sprachen sie ihr Mitleid aus. Die Polizei lobten die Politiker wegen des raschen Fahndungserfolgs.

Gleichzeitig meinte Stelzer, er sei auch "zornig und erschüttert, weil ein Mann, dem unser Land Schutz und Sicherheit bietet, so etwas Bestialisches verbrochen haben soll". Im Zuge des Asylverfahrens gegen den verdächtigen Afghanen erhoffe sich Stelzer, die "zweitinstanzliche Entscheidung beim Bundesverwaltungsgericht aufgrund von 'Gefahr im Verzug' vorzuziehen". Dennoch appellierte er an "uns als Gesellschaft, Flüchtlinge nicht pauschal und undifferenziert zu verdächtigen oder gar zu verurteilen". Haimbuchner wünschte sich, dass "die seit Jahren stattfindenden Messerattacken und die Gewalt gegenüber der heimischen Bevölkerung ein Ende finden muss".

SPÖ-Landesgeschäftsführer Georg Brockmeyer zeige sich ebenfalls tief betroffen über die Tat. "Wir sind erleichtert, dass der Täter gefasst wurde. Der Dank dafür gebührt der Polizei", meinte er in einer Presseaussendung.

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