Pro Woche 700 Flüchtlinge

Neue Welle an Grenze

Pro Woche 700 Flüchtlinge

Es sind vor allem Menschen, die bisher am Balkan ausharrten, die sich auf den Weg machen. 

Balkan/Burgenland. Zwei Syrer sind auf ihrer Flucht nach Österreich qualvoll in einem Kleinbus erstickt, 27 weitere hätte fast dasselbe Schicksal ereilt, wenn das Bundesheer den gelben Kleinbus bei Siegendorf an der ungarischen Grenze nicht kontrolliert hätte. Die Fahndung nach dem Schlepper, der zurück über die Grenze nach Ungarn geflüchtet sein soll, läuft (siehe unten). Das Schicksal der ­beiden Todesopfer zeigt: Die Flüchtlingszahlen gehen wieder dramatisch nach oben. „Die Camps am Balkan entleeren sich“, sagte Gerald Tatzgern, Leiter der Abteilung für Schleppereibekämpfung und Menschen­handel im Bundeskriminalamt, bereits Ende September zu ÖSTERREICH.

Burgenland neuer Hotspot in Österreich

Aufgriffe. Die Flüchtlinge (aus Syrien, Afghanistan, Bangladesch, Somalia) kommen von der Türkei über die Ostbalkanroute via Bulgarien, Serbien und Ungarn nach Österreich. Während es an der Grenze zu Slowenien derzeit ruhig ist, ist das Burgenland der „Hotspot“. Heuer wurden bei uns schon 30.000 Menschen aufgegriffen – 11.400 davon allein im Burgenland. Das bedeutet im Schnitt rund 700 Menschen pro Woche. Damit ist Österreich auf 2014-Niveau.

NÖ-Landesrat warnt vor »Asylnotstand« 

Die Lage ist längst Topthema: NÖ-Asyllandesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) warnt vor einem „Asylnotstand“, in NÖ seien nur noch 200 Plätze frei. Das Quartier in Traiskirchen ist fast voll. In der Steiermark füllt sich das Asylheim am Semmering. In einem Ortsteil mit 300 Einwohnern leben seit Oktober 170 Flüchtlinge. „Ich habe nichts gegen diese Menschen, aber es ist eine Wahnsinnsbelastung für die Ortschaft“, sagt Vizebürgermeisterin Maria Fischer (SPÖ) zu ÖSTERREICH.

Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) sieht Wiens Aufgabe bei 179 % Unterbringungsquote bei Weitem erfüllt. Kärnten (Quote bei rund 93 %) und Wien fordern vom Bund eine gerechtere Aufteilung. Wien, NÖ und Kärnten nehmen derzeit keine neuen Flüchtlinge auf. 



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