Juwelier in Todesfalle gelockt

ÖSTERREICH

Juwelier in Todesfalle gelockt

Ein Vermisstenfall aus Salzburg entpuppt sich als Mordkomplott: Eine deutsche Angestellte soll einen Juwelier aus Zell am See getötet haben.

Bereits seit Oktober 2007 galt Fritz H., der sein Vermögen als Schmuckgroßhändler am Wiener Naschmarkt machte und zuletzt als Privatier in einer Nobelgegend von Zell am See wohnte, als verschollen – die Schwester hatte den 67-Jährigen bei der Polizei als vermisst gemeldet.

Wie am Dienstag aus Deutschland bekannt wurde, dürfte der Österreicher Opfer eines besonders hinterhältigen Verbrechens geworden sein. Die mutmaßliche Täterin Katharina von L. wurde bereits am vorigen Dienstag verhaftet. Jüngsten Informationen zufolge soll die 55-jährige Angestellte einer Hausverwaltung in Coburg den wohlhabenden pensionierten Juwelier im Zusammenhang mit einem Hausverkauf zuerst im Internet und dann persönlich kennengelernt haben.

Abgeluchst
Der Rentner dürfte sich Hals über Kopf in die Maklerin verliebt haben – doch die Frau, die in Zell am See nur als „die Gräfin“ bekannt war, hatte nur eines im Sinn: sich die Preziosen und Ersparnisse des lebenslustigen Witwers unter den Nagel zu reißen. Was ihr offensichtlich auch gelang: Bis Mitte 2007 schaffte Katharina von L. es, dem ihr hörigen Österreicher Bargeld und Vermögenswerte in der Höhe von 250.000 Euro abzuluchsen.

Keine Spur
Ende August des Vorjahres überredete sie ihr Opfer zu einer gemeinsamen Reise nach Südafrika. Während die 55-Jährige wenige Tage später wieder zurück in Deutschland war, verlor sich jede Spur von Fritz H. Dass die Frau den Österreicher umbringen ließ oder ihn an einem entlegenen Ort selbst getötet und verscharrt hat, ist nun Gegenstand Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Coburg.

Erschossen
Belastend ist: Kurz nach dem Verschwinden von Fritz H. bot L. Schmuckstücke aus seinem Vermögen zum Verkauf an. Und: Bei der Verhaftung und Hausdurchsuchung wurden einige Gegenstände aus seinem Privatbesitz bei Katharina von L. gefunden. Dramatisches Detail des mutmaßlichen Mordkomplotts: Nach der Festnahme der Frau erschoss sich ihr ahnungsloser Gatte, Friedrich von L., aus Scham.

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