KAGes stellte Herzchirurgie-Leiter am LKH Graz dienstfrei

Nach Todesfall bei Herztransplantation

KAGes stellte Herzchirurgie-Leiter am LKH Graz dienstfrei

Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) hat am Dienstag bekannt gegeben, dass der Leiter der Klinischen Abteilung für Herzchirurgie am LKH Graz bis auf Weiteres dienstfrei gestellt ist. Ziel sei es, "das Vertrauen der Patienten und der Öffentlichkeit in die Klinische Abteilung für Herzchirurgie wieder zu stärken", hieß es in der Aussendung der KAGes.
 
Die Leitung der Klinischen Abteilung werde inzwischen von anderen Professoren wahrgenommen. Erst Ende März hatte die KAGes nach dem öffentlichen Bekanntwerden von Problemen das Herz-Transplantationsprogramm vorerst ausgesetzt. Zehn ausstehende Operationen wurden an die beiden anderen Zentren in Wien und Innsbruck übergeben.
 
Zuletzt hatte ein Todesfall bei einer Herztransplantation für Wirbel gesorgt: Die Witwe eines 60-jährigen Patienten wandte sich nach dem Tod ihres Mannes an die Öffentlichkeit. Sie will nach der ihrer Meinung nach verpfuschten Transplantation vor Gericht ziehen. Der 60-Jährige hatte 2016 am LKH Graz ein neues Herz bekommen, doch es soll bei der Entnahme verletzt worden sein.
 
Die steirische Patientenombudsfrau Renate Skledar bestätigte Mitte März, dass der Fall bei der Schlichtungsstelle mit der KAGes behandelt wurde. Ein Gutachten wurde im Einvernehmen beider Parteien bestellt. Das Ergebnis des Sachverständigen fiel dem Vernehmen nach deutlich aus: "Es wurden fachliche, organisatorische und strukturelle Fehler angeführt", sagte Skledar. Daraufhin habe die KAGes außerhalb der Schlichtungsstelle ein zweites Gutachten erstellen lassen, das das Krankenhaus entlastete.
 
Außerdem kritisierte Skledar, dass am LKH Graz pro Jahr nur einige wenige Herztransplantationen durchgeführt werden. In den vergangenen Jahren war es manchmal gar keine, maximal waren es drei. Die Fallzahlen sind niedrig, was zu Kritik führte. Seitens der KAGes hieß es, dass Fallzahlen für die Qualität einer Operation wichtig seien. Doch die Chirurgen könnten niedrige Fallzahlen mit Erfahrung aus ihren vorherigen Berufskarrieren wettmachen. Außer Streit sei, dass es bei der Transplantationsoperation zu Komplikationen gekommen war. Die Frage sei nun aber, ob diese ursächlich für den Tod des Patienten waren. Nach den Berichten kamen auch andere Operationen, bei denen offenbar nicht alles gelungen war, an die Öffentlichkeit.
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