Wegen Amtshandlung vor 35 Jahren

Späte Rache: Mord-Attacke gegen Ex-Gendarm

Späte Rache: Mord-Attacke gegen Ex-Gendarm
© APA/Symbolbild
Eine alte Rechnung wollte ein 53-Jähriger begleichen und stach den Mann, der ihn einst verhaftete, nieder.
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Steiermark. Mit einem Messer irrte der Südoststeirer am Dienstagnachmittag durch Bad Gleichenberg, um jenen pensionierten Polizisten, der ihn vor 35 Jahren, damals noch als Landgendarm, verhaftet hatte, zur Rede zu stellen. Offenbar in der Pandemie endgültig psychisch aus der Bahn geraten, wollte der 53-Jährige den Ex-Cop sprechen, der ihn damals als 18-Jährigen „beamtshandelt“ hatte.

Und ihm eine Gefängnisstrafe einbrockte – wie lange der Mann damals wegen Straßenraubes im Raum Feldbach (es soll um eine Handtasche gegangen sein) hinter Gitter verbringen musste, ist derzeit nicht klar: Die Strafe ist zur Gänze abgesessen, der Akt vernichtet, aber nicht vergessen. Zumindest nicht für den 53-Jährigen, der – im Übrigen völlig nüchtern – dem Ex-Gendarm an den Kopf werfen wollte, dass dieser ihm damals sein Leben verpfuscht hatte …

Hände des Opfers voller Schnittwunden

Abwehr. Gegen 17 Uhr tauchte der vom Lockdown gestresste Steirer dann bei der Privatadresse des pensionierten 67-Jährigen auf. Weil der Ex-Cop nicht zu Hause war, suchte er die ganze Gegend ab und fragte sich durch, bis er sein Opfer bei einem Nachbarn des Gesuchten fand.

Dort zückte der Angreifer ein Küchenmesser mit einer 15 Zentimeter langen Klinge und versuchte mehrmals, auf sein anvisiertes Opfer einzustechen. Der pensionierte Beamte konnte die Angriffe aber mit bloßen Händen (an denen er heftige Schnittverletzungen erlitt) abwehren und gemeinsam mit dem Nachbarn den Tobenden bis zum Eintreffen der alarmierten Polizeistreife festhalten.

Der Ex-Gendarm wurde ins Landeskrankenhaus Feldbach gebracht und medizinisch versorgt, der mutmaßliche Täter kam nach der Befragung in die Justizanstalt Graz-Jakomini. Gegen ihn wird wegen Mordversuchs ermittelt.

(kor)

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