''Dankbar'': Corona-Hotspot Ischgl verwirrt mit Posting

Nach Skandal

''Dankbar'': Corona-Hotspot Ischgl verwirrt mit Posting

Zahlreiche Menschen wurden im beliebten Skiort mit dem Coronavirus infiziert. Jetzt meldete sich Ischgl zu Wort und sorgt für Stirnrunzeln.

Bereits am 5. März erklärt Island das Skigebiet Ischgl zum Risikogebiet. Die isländische Maßnahme war die Reaktion auf die Erkrankung mehrer isländischen Skiurlauber, die zuvor ihren Urlaub in Ischgl verbracht haben. Die Tiroler Behörden hielten aber an ihrer Version fest, dass die Infektionen der Isländischen Touristen vermutlich auf dem Rückflug von München nach Reykjavik erfolgt sei. Aber auch andere Länder sind direkt vom Import des Coronavirus beteiligt: Deutschland, Dänemark, Schwerden und Norwegen. 

Und auch Dutzende Tiroler und Österreicher haben sich in dem Ski-Hotspot angesteckt. Zuletzt wurde bekannt, dass die 39 Infizierten in einem Ordenshaus im Tiroler Zams ebenfalls auf Ischgl zurückgehen. Drei Mitarbeiterinnen im Pflege- und Reinigungsbereich haben nebenberuflich auch als Aufräumerinnen in Beherbergungsbetrieben in Ischgl und St. Anton gearbeitet.

Angesichts der zahlreichen Ansteckungen im sonst so beliebten Wintersportort, wirkt ein Posting auf der offiziellen Facebook-Seite von Ischgl geradezu verhöhnend. "n den letzten Tagen haben uns viele von Euch ehrlich und direkt ihre Meinung gesagt. Dafür danken wir Euch: für die konstruktive Kritik und die aufmunternden Worte. Wir wissen, dass es offene Fragen gibt und werden diesen nachgehen. Für den Moment möchten wir uns ganz herzlich bei Euch allen bedanken - bei Gästen, Mitarbeitern und Einheimischen.
Danke, für eine kurze, aber schöne Wintersaison mit Euch! Wir hoffen Euch, bald wieder zu sehen!", steht dort geschrieben. Dazu wurde ein Bild gepostet auf dem nicht nur "Pfiat enk" steht, sondern auch auf englisch "Bleibt gesund und wir sehen uns nächste Saison". Und als i-Tüpfelchen obendrauf wurde das Posting mit der Facebook-Reaktion "dankbar" angegeben.

Ein paar User fanden diese Aktion mehr als daneben und ließen ihre Wut in den Kommentaren freien Lauf. "Ernsthaft...dankbar??! halb Europa ist mit Corona infiziert u. a. wahrscheinlich durch euer (bzw. das einiger Lokalitäten) verspätetes Handeln! Es ist noch nicht bestätigt, deshalb schreibe ich 'wahrscheinlich' aber die Medienberichte deuten darauf hin", schreibt beispielsweise Alexander K. "Wie wäre es eigentlich wenn ihr mal Euer Statement preisgeben würdet,und mal Dchneid zeigt!?!", fordert Mario M. "Ihr sehr mich da nie mehr", meint Georg E.

Ischgl-Gate: Après-Ski Partys mit Coronavirus?

Am Dienstag brachte der ehemalige Klubobmann Peter Kolba (Liste Pilz) vom Verbraucherschutzverein (VSV) eine Sachverhaltsdarstellung ein, weil die Tiroler Behörden die Sperren von Hotels und Pisten hinausgezögert hätten. Diese richtet sich gegen die Tiroler Landesregierung, Landeshauptmann Günther Platter, Seilbahn-Lobbyisten und Nationalrat Franz Hörl, mehrere Seilbahnbetreiber, den Bürgermeister von Ischgl und Sölden sowie diverse Geschäftsführer und Betreiber von Lokalen.

Kolba und Alfred Noll haben auch eine Plattform eingerichtet, um eine Informationen für Sammelklage zu sammeln. Gesucht werden Opfer, die einen Anspruch auf Verdienstausfall und Schmerzensgeld stellen könne.

Staatsanwaltschaft Innsbruck ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat wegen eines möglichen vertuschten Falls im Februar Ermittlungen wegen des Verdachts der „fahrlässigen Gefährdung“ von Menschen durch übertragbare Krankheiten aufgenommen (oe24 berichtete ausführlich).

Traurige Berühmtheit hat die Bar „Kitzloch“ in Ischgl erlangt. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht ein 36-jähriger deutscher Barmann mit norwegischen Namen, der bereits im Februar an Coronavirus erkrankt war.

Internationale Negativschlagzeilen über Tirol

Mittlerweile beschäftigten aber nicht nur die heimischen Strafbehörden mit Ischgl, ob ein Ausbruch des Coronavirus zu verhindern gewesen wäre, sondern vor allem die internationale Presse. "Ibiza der Alpen" hat es sogar in die CNN-Schlagzeilen geschafft wo die am Dienstag Top-Story des Tages war.

Deutsche Medien haben Ischgl als "Nährboden" des Coronavirus bezeichnet. Drastischer ist die Frankfurter Allgemeine:  „Der Filz von Ischgl“. Medien in Norwegen wiederum veröffentlichen am laufenden Band, dass fast die Hälfte aller Infizierten des Landes aus Ischgl importiert wurde.

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