Wespe

Gefahr Insektengiftallergie

Warnung vor Wespeninvasion am Wochenende

Vorsicht im Herbst: Wespen nochmals höchst aktiv!

An sonnigen Herbstwochenenden zieht es viele Menschen nach draußen. Während das Wetter noch genießbar ist und man noch eine Grillfeier oder etwa eine Wanderung vornehmen möchte, ist dies auch die Zeit, zu der die Wespen das letzte Mal im Jahr intensiv auf Nahrungssuche sind. Fallobst und Traubenreste sowie die Efeublüte sind für die Tiere gesuchte Nahrungsquellen – ebenso wie von Menschen ins Freie gebrachte Nahrungsmittel, die eine ungemein anziehende Wirkung haben. Eine allergische Reaktion auf das Insektengift kann zu schweren und lebensbedrohlichen Reaktionen führen.

Wespen- oder Bienenstich kann zur tödlichen Gefahr werden

Ungefähr 300.000 Menschen in Österreich reagieren allergisch auf Bienen- oder Wespenstiche, ungefähr 60% davon mit mittelschweren bis schweren Symptomen. Diese Symptome reichen von Nesselausschlägen und Schwellungen bis hin zur Atemnot und Kreislaufkollaps. Immerhin 400.000 leiden unter größeren Schwellungen nach Insektenstichen, die zwar nicht gefährlich sind, aber über mehrere Tage Beschwerden verursachen können.

Bei schweren Allergikern genügt ein Stich, um innerhalb weniger Minuten in Lebensgefahr zu schweben. „Die allergische Reaktion erfasst den ganzen Körper und es kommt zusätzlich zum Anschwellen rund um die Einstichstelle zu Schwellungen im Gesicht oder Hals, Kribbeln an den Hand- und Fußinnenflächen, Übelkeit, Atemnot, Schwindel oder Herzrasen, die in einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock münden können. Dabei kann es schlimmstenfalls zu einem tödlichen Versagen des Kreislaufs kommen.Das Ausmaß ist nicht vorhersehbar, der Verlauf unkalkulierbar“, erläuterte Assoz.-Prof. Dr. Gunter Sturm, Facharzt für Dermatologie und Venerologie.

Mit Anzahl der Stiche steigt das Risiko einer Insektengiftallergie

Das Risiko, an einer Insektengiftallergie zu erkranken, steigt mit zunehmender Exposition. Daher zählen zum Beispiel Imker, Gärtner, und Weinbauern zu Risikoberufen hinsichtlich einer Insektengiftallergie. Eine Allergieabklärung muss unbedingt dann erfolgen, wenn es abseits der Stichstelle zu Symptomen kommt. Mittels Blutabnahme und Hauttests kann üblicherweise rasch eine Diagnose gestellt werden. Zur Behandlung stehen die bereits erwähnten Notfallmedikamente, die man selber anwenden kann, zur Verfügung.

Körper gegen Gift immunisieren

So gefährlich eine Wespengift-Allergie ist, so gut ist sie im Vorfeld durch eine gezielte Diagnose festzustellen und durch eine Insektengift-Immuntherapie behandelbar. Die Erfolgsrate beträgt nahezu 100 Prozent, betonte Sturm anlässlich der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie, ÖGP, vom 18. – 20. Oktober in Linz.

Die einzig wirkende Therapie, mit der man zukünftige Stichreaktionen verhindern kann, sei die allergen-spezifische Immuntherapie (auch Hyposensibilisierung oder auch Impfkur genannt). Hier wird mit der Verabreichung von steigenden Dosen von Insektengift das Immunsystem wieder an das Insektengift gewöhnt. Diese zeichnet sich durch eine hohe Wirksamkeit aus. Sturm: „Erstaunlicherweise wird diese Therapie nicht gut angenommen; nur etwa 20% der Patienten, die eine Impfkur benötigen würden, lassen sich tatsächlich therapieren. Dies ist umso erstaunlicher, als die Therapie dieser potenziell lebensbedrohenden Allergie von den Krankenkassen zur Gänze übernommen wird.“

Warum sind Wespen so wild auf Süßes im Herbst?

Die Ursache, warum die Wespen im Herbst so wild auf Süßes sind, liegt darin begründet, dass zu diesem Zeitpunkt die Brut, die viel Eiweiß benötigt, nicht mehr versorgt werden muss. Nun sind die Tiere nur mehr auf der Suche nach Nahrung und Energie für sich selbst – bevorzugt in Form von Zucker.

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