AKH Wien

Versicherungsbetrug

AKH-Bande prellte Staat um 2,3 Millionen

Die Polizei hat einen erschreckenden Fall von Sozialleistungsbetrug aufgedeckt.

Vor Gericht müssen sich Dienstag zwei mutmaßliche Betrüger verantworten, die Drittstaatsangehörigen -vor allem Armeniern -im Zuge einer Schein-Selbstständigkeit systematisch Zugang zum österreichischen Sozialversicherungssystem verschafft haben sollen. Dadurch sollen Behandlungskosten - vor allem im AKH - in Höhe von über 2 Millionen Euro erschlichen worden sein. Erschreckend: Offenbar gelang das dem Duo R. K. und F. S. (Namen der Redaktion bekannt) ohne gröbere Hindernisse oder öffentliche Kontrollen.
 

Staatsanwalt stellte für sich Asylantrag

Während der Linzer F. S. Scheinfirmen gründete und Behördenwege erledigte, organisierte der Komplize F. S., ein asylberechtigter Armenier, Reisen für Patienten, die sich medizinische Kosten in ihrem Land ersparen wollten. Diese Patienten stellten Anträge auf Asyl oder suchten um Touristenvisa an und wurden später in den Scheinfirmen als Kommanditisten geführt, um Sozialleistungen für Selbstständige in Anspruch nehmen zu können. Sozialversicherungsbeiträge wurden für die Dauer der Behandlungen abgeführt, weshalb lange nichts auffiel. Bis im Herbst 2019 ein armenischer Staatsanwalt einen Asylantrag stellte und angab, nur im Lande bleiben zu wollen, bis die medizinische Behandlung seiner Tochter beendet sei. Das machte die Behörden erstmals stutzig und rief die Taskforce Sozialleistungsbetrug auf den Plan. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Eckhardt, Schröfl

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