Juwelier mit 19 Messerhieben abgestochen

Prozess gegen Serientäter

Juwelier mit 19 Messerhieben abgestochen

Ein erst 21-jähriger, schwerkrimineller Serientäter aus Serbien steht als mutmaßlicher Mörder in Wien vor Gericht. 

Wien. Zwei Prozesstage stehen am Landl in Wien auf dem Programm – seit Montag wird dort der Fall eines jungen Serben verhandelt, der gemeinsam mit einem Komplizen (der damals Schmiere stand und immer noch gesucht wird) den 74-jährigen Juwelier Berthold „Berti“ St. im Oktober 2020 in seinem kleinen Preziosenladen auf der Landstraßer Hauptstraße überfallen und mit 19 Messerhieben regelrecht hingerichtet haben soll.

Das Wiener Original, das trotz Pensionsalters nach wie vor täglich im Geschäft stand und als eingefleischter Anhänger der Admira bekannt war – Austro-Ballesterer wie Herbert Prohaska und Toni Polster gehörten zu seinen Kunden –, hatte es als Ex-Boxer „gewagt“, sich gegen den Überfall zu wehren. Da zeigte das „Überfallkommando“, was es vom Leben anderer hält: Laut ­Obduktionsgutachten erlitt der Juwelier 19 Schnitt- und Stichverletzungen im Gesicht, Hals, Nacken und in der Brust. Er verblutete.

"Ich bin schuldig, wollte ihn aber nicht stechen"

Bei dem Hünen von einem Angreifer handelt es sich laut Anklage um einen Berufsverbrecher, der inner­halb von zwei Jahren in der Bundeshauptstadt 51 Einbruchsdiebstähle in Büros, Werkstätten und Geschäftslokale begangen haben soll. Selbst am Tag des Mordes war er mit seinem Gangster­kumpel in die Wohnung eines Opernsängers eingedrungen, wurde jedoch in die Flucht geschlagen. Bei allen weiteren Coups er­beuteten die beiden etliche hunderttausend Euro. Warum er den Juwelier umbrachte? „Ich bin schuldig“, erklärte der 21-Jährige zunächst zu Prozessbeginn, um dann zu relativieren: „Er ist auf mich zugegangen und hat mich angegriffen. Ich hab nicht gewusst, was ich tun soll. Ich wollte ihn nicht umbringen und in den Hals stechen.“ Der Prozess geht am 2. Dezember weiter.
 



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