Terror-Anschlag in Wien: Spur führt nach Deutschland

Attentäter traf deutsche Islamisten in Wien

Terror-Anschlag in Wien: Spur führt nach Deutschland

Die Verbindung des Attentäters nach Deutschland scheint eine zentrale Rolle zu spielen.

Spätestens seit dem Austro-Jihadisten Mohammed Mahmoud ist klar, wie eng die österreichische mit der deutschen Islamisten-Szene verzahnt ist. Und auch nach dem Terroranschlag von Wien am 2. November verdichten sich die Hinweise auf engste Verbindungen des Attentäters Kujtim F. (20) zu IS-Sympathisanten aus dem Nachbarland. Der Besuch von deutschen radikalen Islamisten in Wien im vergangenen Juli könnte eine zentrale Rolle in der Terrorplanung gespielt haben.

Die beiden Männer (19,25) aus Osnabrück und Kassel, beide auf dem Radar des deutschen Verfassungsschutzes, reisten am 16. Juli mit der Maschine eines Billigfliegers aus Dortmund an. Bei ihrer ­Ankunft in Schwechat wurden sie von Wiener LVT-Leuten observiert. Zu deren Erstaunen wurden sie am Flughafen von Kujtim F. abgeholt, dem späteren Attentäter.

Nach dem Treffen
 zum Munitionskauf

Die beiden wohnten bei ihm, gemeinsam besuchte man eine einschlägig bekannte Moschee in Wien-Meidling. Weitere Islamisten aus der Schweiz trafen in Österreich ein. Auch sie nächtigten bei Kujtim F.

Was die Jihadisten ausbaldowerten, ist noch unklar. Doch unmittelbar nach der Abreise der Gäste machte sich der 20-jährige Wiener auf den Weg in die Slowakei, um dort im Waffengeschäft „Luxury Guns“ in Bratislava Munition für seine Zastava-M-70-Maschinenpistole, die spätere Tatwaffe, zu besorgen. Wie inzwischen bekannt, blieb der von den slowakischen Sicherheitsbehörden nach Wien gemeldete versuchte Munitionskauf folgenlos für den einschlägig vorbestraften Kujtim F.

Welche Rolle die Deutschen beim Anschlag an Allerseelen genau spielten oder ob sie gar die Anstifter im Namen des IS waren, ist noch ungeklärt. Eine direkte unmittelbare Beteiligung am Anschlag kann ­allerdings ausgeschlossen werden.

Gute Nachricht: Alle 14 Schwerverletzten gerettet

Es ist die erfreulichste Meldung dieser Woche: Die 14 Schwerverletzten des Terroranschlags, die in vier Wiener Krankenhäusern behandelt wurden, sind alle außer Lebensgefahr. Darunter befindet sich auch das Opfer, das mit zwei Schüssen aus nächster Nähe durch den Attentäter niedergestreckt worden war. Das Video aus einer Überwachungskamera hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Man sieht auf den Bildern, wie Kujtim F. seinem Gegenüber in den rechten Oberschenkel schießt und weiter marschiert. Anschließend dreht er sich um und feuert ein zweites Mal auf den am Boden Liegenden.

Auch der junge Polizeibeamte (28), der als Erster das Feuer auf den Terroristen eröffnete und selbst niedergeschossen wurde, ist auf dem Weg der Besserung.

Von den 14 Schwerverletzten sind inzwischen zehn aus den Spitälern entlassen worden.

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