Trotz Attests wegen fehlender Maske aus Kabarett geworfen

Wienerin mit Wut-Video im Netz

Trotz Attests wegen fehlender Maske aus Kabarett geworfen

Weil sie von Mitarbeitern bei einer Veranstaltung schlecht behandelt, ausgelacht und bepöbelt wurde, wie sie sagt, will sie nun eine Diskriminierungsanzeige erstatten.

Immer wieder beteuert sie von der Maskenpflicht befreit zu sein. "Ich habe ein Attest", sagt die junge Frau in dem Video, das sie mitten auf der Mariahilfer Straße zeigt. Sie ist wütend und schockiert. Der Grund: obwohl sie von der Maskenpflicht befreit sei, beharrten die zuständigen Personen im Wiener Stadtsaal darauf, dass sie eine Maske trägt.

Anlass war ein Kabarett von Lukas Resetarits. Die Maskenpflicht gilt hier überall außer auf den zugewiesenen Sitzplätzen. Heißt: sobald man seinen Platz verlässt, muss man eine Maske tragen. Auch ein Faceshield ist möglich. Doch auch letzteres scheint die Frau, deren Identität unbekannt ist, nicht getragen haben. Sie zeigt sich ob der vermeintlich miesen Behandlung im Stadtsaal schockiert. Denn als sie vor dem Start der Veranstaltung noch einmal auf die Toilette gehen wollte, wurde sie von einer Mitarbeiterin aufgehalten und auf die Maskenpflicht hingewiesen.

Frau beruft sich auf Diskrimierungsverbot

Als diese trotz Attest darauf bestand, dass die Frau zumindest ein Faceshield aufsetzt, kommt es zur Diskussion. Aus gesundheitlichen Gründen, so sagt sie, könne sie auch kein Schild aufsetzen. "Wir haben in Österreich ein Diskriminierungsverbot", erklärt die junge Frau im Clip auf Faebook. Im Laufe der Diskussion mit der Mitarbeiterin kam auch noch der Geschäftsführer hinzu. "Der hat sich dann vor mich hingestellt und zu mir gesagt: 'Das ist Betrug!'", erzählt sie. Die Maskenverweigerin habe anschließend mit einer Klage wegen Diskriminierung gedroht, wie sie selbst erzählt. Das ganze endete damit, dass sie zurück auf ihren Platz ging und ihre Sachen packte. Dabei soll sie aber auch von anderen Besuchern in ihrer Reihe angepöbelt worden sein.

"Ich habe mir die Namen der beiden Herrschaften notiert und habe ihnen gesagt, dass diese Charakterlosigkeit mich an die 30er Jahre erinnert", zieht die Frau einen mehr als fragwürdigen Vergleich. "Ich habe mich noch nie in meinem Leben so gefühlt. Um mich herum sind's gestanden, haben mit dem Finger auf mich gezeigt und so getan als ob ich eklig bin", sagt sie. Am Ende ihres Videos sagte sie, dass sie bereits ihren Anwalt eingeschalten habe. Sie will jetzt tatsächlich Anzeige erstatten.

Geteilt wurde das Video vom Wiener FPÖ-Gemeinderat Leo Kohlbauer. "Der türkis-grüne Corona-Ständestaat erreicht in Mariahilf einen traurigen Höhepunkt", schimpft er auf Facebook.

Der Stadtsaal äußert sich in einem Facebook-Statement daraufhin wie folgt.

Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund der aktuell vorherrschenden Lage und der Unsicherheit im Umgang mit...

Gepostet von Stadtsaal am Sonntag, 20. September 2020


"Sollten sich Besucher*innen auf ihren Wegen im Stadtsaal weigern, einen MNS oder ein Face-Shield zu tragen, werden diese höflich gebeten, den Stadtsaal zu verlassen und bekommen von uns auf dem Kulanzweg das Eintrittsgeld zurückerstattet.", so der Stadtsaal in der oben angeführten Facebook-Aussendung.

In ihrem Statement berufen sie sich somit auf das Tragen eines Face-Shields als zumutbare Alternative zur MNS-Maske.