Offensive Rot-Weiß-Rot

Mehr Aufträge für heimische Bau-Betriebe

Mit fairen Vergaben, regionaler Wertschöpfung und klaren Qualitätskriterien will die Gewerkschaft BAU HOLZ Bauaufträge wieder stärker im Land halten und Arbeitsplätze sichern. 

Mit ihrer Neujahrstour Anfang Jänner 2026 hat die Gewerkschaft BAU HOLZ (GBH) den Startschuss für die Kampagne Rot Weiß Rot Bauen gesetzt. In neun Stationen in allen Bundesländern wurden mehr als 1.200 Gespräche mit Betrieben, Gemeinden, Ländern und der Bundespolitik geführt. Das Signal war klar: Die Beschäftigten erwarten konkrete Lösungen und genau diese will die GBH liefern. Im Fokus stehen faire Auftragsvergaben, die Sicherung von Arbeitsplätzen und eine stärkere regionale Wertschöpfung.

Faire Vergaben statt Billigstbieter

Im Zentrum der Gespräche standen Investitionen in Bau, Sanierung und Infrastruktur. Gemeinsam mit Politik, Auftraggebern, Arbeitgebern und Betriebsräten wurde diskutiert, wie öffentliche und private Aufträge künftig so vergeben werden können, dass Qualität, Nachhaltigkeit und Klimaschutz stärker berücksichtigt werden. Ein zentrales Anliegen ist dabei die hohe Qualifikation der heimischen Fachkräfte. Ausbildung, Know how und Erfahrung sollen durch rot weiß rote Vergaben abgesichert werden – statt durch reinen Preisdruck gefährdet zu werden.

Qualität, Ausbildung, regionale Wertschöpfung

Die Kampagne zeigt, dass es Alternativen zum Billigstbieterprinzip gibt. Kriterien wie Qualität, Lehrlingsausbildung, sichere Lieferketten und regionale Wertschöpfung sollen wieder stärker zählen. Die Neujahrstour hat laut GBH gezeigt, dass die Unterstützung für diesen Weg außergewöhnlich breit ist – in den Betrieben, in den Regionen, in den Gemeinden und quer durch die politische Landschaft.
Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der GBH und Abgeordneter zum Nationalrat (SPÖ) betont: „Unsere Neujahrstour war der Startschuss. Rot Weiß Rot Bauen wird uns weiter begleiten. Jetzt geht es darum, Bau Investitionen so zu gestalten, dass sie nachhaltig wirken, Qualität sichern und Arbeitsplätze in Österreich halten. Investitionen müssen bei jenen Betrieben und Beschäftigten ankommen, die hier arbeiten und Steuern zahlen.“

Vom Auftrag zur Umsetzung

Rot Weiß Rot Bauen ist aus Sicht der GBH mehr als eine Kampagne. Fehlende Aufträge, steigender Druck auf Beschäftigte und eine Vergabepraxis, die Wertschöpfung ins Ausland verlagert, gefährden Jobs und regionale Strukturen. Ziel ist es daher, Aufträge verstärkt im Land zu halten – nicht nur bei öffentlichen Projekten, sondern überall dort, wo investiert wird.

Rückenwind erhofft sich die GBH von der Reform des Vergaberechts 2026, die ab 1. März gilt. Sie eröffnet neue Spielräume, um Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit verbindlicher zu verankern. Muchitsch fasst zusammen: „Aufträge aus Österreich sichern Jobs in Österreich, wenn sie rot weiß rot vergeben werden. Unsere Gespräche mit mehr als 1.200 Menschen zeigen: Dieses Thema trifft den Nerv der Zeit. Jetzt müssen den Zusagen auch Taten folgen."

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