So gut ist der Osama-Shooter

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So gut ist der Osama-Shooter

Das gelungene Szenario ist hui, der Rest eher pfui.

Große Aufregung um ein Computerspiel. Nur wenige Tage nach dem Tod von Osama Bin Laden präsentierte die Firma „Kuma Games“ einen neuen Teil ihrer „Kuma War“-Serie. In dieser werden regelmäßig reale Kampf-Schauplätze zu digitalen Online-Schlachtfeldern verarbeitet - unter anderem die Befreiung einer entführten Lufthansa-Maschine durch die Spezialeinheit GSG9 oder die unterirdischen Tunnelanlagen des Vietnam-Kriegs. Der neueste Teil, „ Death to Osama Bin Laden “, versetzt die Spieler ins pakistanische Abbottabad.

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Kopftuch und Kalaschnikow

Dort schlüpft man entweder in die Haut eines Navy Seals (eine Elite-Kampfeinheit des US-Militärs) oder eines Terroristen. Als amerikanischer Soldat gilt es, Osama auszuschalten,  Geheimdokumente der Al-Kaida sicher zu stellen und einen abgestürzten Hubschrauber zu zerstören. Spielt man auf der anderen Seite, so muss man das Anwesen des Terror-Fürsten um jeden Preis verteidigen. Pikant: Man kann auch als weiblicher Terrorist ins Geschehen eingreifen – mit Kopftuch und Kalaschnikow! Eine makabere Anspielung auf eine seiner Frauen, die beim Gefecht ums Leben kam?

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Kein Grafik-Knaller
Technisch entpuppt sich das Spiel als eigenständig laufende Modifikation des Ego-Shooters „Half-Life 2“. Durchaus atmosphärisch: Über dem digitalen Grundstück von Bin Laden kreisen Black-Hawk-Helikopter, Trümmer liegen herum, es brennt. Seine nachgestellte Villa ist spartanisch eingerichtet, großräumig und verwinkelt. Die Karte ist intelligent aufgebaut, wirkt aber an manchen Stellen lieblos gestaltet. Grafisch wirft „Death to Osama Bin Laden“ niemanden vom Hocker. Dafür läuft es auch auf älteren PCs flüssig.

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Schleichen, suchen, schießen
Man beginnt entweder mit leichter, mittlerer oder schwerer Ausrüstung – jedes Set hat eigene Vor- und Nachteile. Ausgerüstet mit Waffe und Taschenlampe läuft man über die Karte, US-Militärs verfügen zusätzlich über Handgranaten. Dafür bietet das Haus des Terror-Opas seinen Verteidigern bessere Deckung. Das Spielprinzip ist simpel und ähnelt dem berühmten Online-Shooter „Counter-Strike“: Schleichen, suchen, schießen. Wer als Erster abdrückt, gewinnt zumeist, Schüsse auf den Kopf des Gegners sind extra-tödlich. Das Spiel geizt nicht mit Blut.

Das wirklich Besondere an diesem Spiel ist sein Szenario. Sonst bleibt nicht viel übrig. Trotzdem erfreut sich das Game großer Beliebtheit, die meisten Server sind stets randvoll.

Genau deswegen muss man die Frage stellen: Ist es richtig, den gewaltsamen Tod des Al-Kaida-Chefs in ein 3D-Actionspiel zu verarbeiten? (Georg Pichler)

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