Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen

Hitzefrei für Fiaker-Pferde bei 35 oder 30 Grad?

Hitzefrei-Grenze für Fiaker-Pferd erhitzt die Gemüter von Tierschützer*innen und Branchen-Vertreter*innen.

Wiens Tierschutz-Stadtrat Jürgen Czernohorszky will Fiakern künftig ab 30 Grad hitzefrei geben. Bisher gilt die Hitzewert-Grenze von 35 Grad. Ein entsprechendes Anliegen hat Czernohorszky dem zuständigen Bundesminister Wolfgang Mückstein kommuniziert mit dem Argument, die Regelung müsse bundesweit getroffen werden. Seit Jahren fordern Tierschützer*innen Pferde ab 30 Grad nicht mehr arbeiten zu lassen.

Bundesweiter Fiaker-Schutz mit Knackpunkt

Bis zur Umsetzung in der Tierhaltungsverordnung kann es aber noch ein langer Weg sein. Die Tierschutz-Organisation Vier Pfoten hofft, dass Tierschutz-Minister Mückstein nicht vom Koalitionspartner ÖVP bzw. von den Wirtschaftskammer ausgebremst wird. „Seit Jahren mauert die Interessensvertretung der Fiaker und stellt sich gegen jede Tierwohl-Maßnahme. Das wird jetzt noch ein echter Knackpunkt.“

Laut Verein gegen Tierfabriken (VGT) wäre "der Vorstoß der Stadt Wien, sich auch zu einem Hitzefrei ab 30 Grad zu bekennen, jetzt umso wichtiger". Doch bloße Lippenbekenntnisse sind, so der VGT dazu, nicht genug. "Eine bundesgesetzliche Lösung hätte zwar den Vorteil, dass sie auch die anderen Fiaker-Hochburgen, Salzburg, Innsbruck und Krems, sowie kleinere Städte, umfassen würde. Allerdings ist hierfür eine Zustimmung von ÖVP-Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstigner erforderlich, die bis jetzt jeden Fortschritt im Tierschutz, wie beispielsweise ein Verbot der Vollspaltenböden, gnadenlos blockiert hat", warnt der VGT.

Wirtschaftskammer sieht Berufsverbot

Die Sommermonate bedeuten für Fiaker Unternehmen auch, dass sie ganz genau auf die Temperaturentwicklung in der Stadt achten, nimmt die Wirtschaftskammer Wien dazu Stellung. "Temperaturen über 30 Grad, die es den ganzen Sommer über gibt, stellen für die Tiere aber kein Problem dar. Die Wiener Fiaker ergreifen dennoch Maßnahmen, um sicher zu gehen und Tierschützer zu beruhigen", heißt es dazu. Und weiter: „Pferde können als Steppentiere mit der Hitze sehr gut und besser als wir Menschen umgehen. Noch dazu werden die Tiere von uns bestmöglich betreut. An besonders heißen Tagen haben wir zusätzlich eine Tierärztin im Einsatz, die durchgehend den gesundheitlichen Zustand der Pferde kontrolliert“, so Ursula Chytracek, Sprecherin der Fiaker in der Wirtschaftskammer Wien. Das ist nur eine von vielen Maßnahmen, die die Fiaker ergreifen, um das Wohl der Pferde tagtäglich sicherzustellen. Das von Tierschutzorganisationen geforderte Fahrverbot über 30 Grad gleicht für die 21 Unternehmen einem Berufsverbot, erklärt Chytracek dazu.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 4. Juli 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 11. Juli 2021, 18:30 Uhr.



OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten