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Kükenschreddern in Deutschland verboten

Der deutsche Bundestag beschließt ein gesetzliches Verbot von Kükenschreddern/-vergasung.

Der Deutsche Bundestag hat am 20. Mai 2021 das Gesetz von Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Julia Klöckner, zum Verbot des Kükentötens beschlossen. Ministerin Klöckner hatte es am 20. Januar 2021 vorgelegt. Damit wird Deutschland weltweit Vorreiter auf dem Gebiet.

Jedes Jahr werden allein in Deutschland etwa 45 Millionen Hühnerküken kurz nach dem Schlüpfen getötet. Dabei handelt es sich um die männlichen Geschwister der Legehennen. Die weiblichen Küken werden zu den Legehennen, die unsere Konsumeier legen.

Kükentöten endet in Deutschland 2021

Das Gesetz zur Änderung des Tierschutzgesetzes zielt auf ein flächendeckendes Verbot des Kükentötens in Deutschland ab Ende 2021. Das gesetzliche Verbot ist erforderlich, um das Töten der Hühnerküken einheitlich zu unterbinden und Verstöße wirksam sanktionieren zu können.

Die für die Produktion von Eiern gezüchteten Hühnerrassen eignen sich aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und der Produktqualität weniger für die Erzeugung von Fleisch. Männliche Küken dieser Legerassen werden daher bislang in den meisten Fällen nicht aufgezogen und direkt nach dem Schlupf getötet.

Das BMEL hat sich für ein Ende dieser Praxis eingesetzt. Da ein Verbot des Kükentötens nur Sinn macht, wenn Betriebe nicht mangels Alternativen ins Ausland abwandern, hat das BMEL seit 2008 mit mehreren Millionen Euro verschiedene Verfahren und Initiativen unterstützt, die das Töten männlicher Küken überflüssig machen.

Welche Alternativen wurden entwickelt?

  • Geschlechtsbestimmung im Brutei - Mit der Geschlechtsbestimmung im Brutei ("In-ovo-Geschlechtsbestimmung") lässt sich frühzeitig vor dem Schlupf der Küken prüfen, ob aus dem Ei ein weibliches oder männliches Küken schlüpft. Eier, in denen sich weibliche Küken entwickeln, werden weiter bebrütet; das Bebrüten der Bruteier mit männlichen Embryonen wird abgebrochen. Die aussortierten Eier können dann beispielsweise als Futtermittel genutzt werden.
  • Das Zweinutzungshuhn: Eier- und Fleischlieferant - Neben der Geschlechtsbestimmung im Brutei hat das BMEL als weitere Alternative zum Kükentöten die Züchtung von Zweinutzungshühnern gefördert. Bei Zweinutzungshühnern wachsen die weiblichen Küken zu Legehennen heran und die männlichen Küken werden zur Mast aufgezogen.
  • Aufzucht der männlichen Tiere - Eine andere Alternative zum Kükentöten ist die Aufzucht der männlichen Geschwister der Legehennen. Einige Betriebe haben mit der Aufzucht der männlichen Küken begonnen und halten die männlichen Tiere zur Erzeugung von Fleisch.Für die Aufzucht dieser männlichen Tiere ist ein deutlich längerer Zeitraum – etwa viermal so lang wie bei der Aufzucht von Masthühnern – erforderlich. Zudem ist hier auch der Futterverbrauch erheblich höher, wohingegen die einzelnen Fleischteilstücke im Vergleich zu denen von spezialisierten Masttieren kleiner sind und einen höheren Fettanteil aufweisen. Die damit verbundenen höheren Produktionskosten werden in der Regel dadurch ausgeglichen, dass die Eier der Legehennen mit einem entsprechenden Aufschlag vermarktet werden: Jedes Ei der Geschwisterhennen kostet insofern einige Cent mehr.

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 30. Mai 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 6. Juni 2021, 18:30 Uhr.



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