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Unsere Tiere

Wenn wir mit Walen sprechen könnten

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Ein Dokumentarfilm und ein Buch enthüllen die Geheimnisse der Giganten der Ozeane 

Im September 2015 wurde der Biologe und Filmemacher Tom Mustill in Monterey Bay, Kalifornien, fast von einem Buckelwal überrollt, der nur wenige Meter von seinem Kajak entfernt auftauchte. Er fragte sich ob das Tier das Boot absichtlich gemieden hatte und was seine erstaunliche Akrobatik bedeute. So begann Mustills fundamentale Recherche über wie man mit dem Wal spricht. Sie führte ihn zu den größten Ozeanographen und hinter die Kulissen des Ceti-Projekts, das Menschen die Möglichkeit gibt, mittels künstlicher Intelligenz mit „Walen zu sprechen“ und damit Wale besser zu verstehen. Es handelt sich dabei um einen Code, die einer menschlichen Morsealphabet ähnlich ist.

Relevanz für das Ökosystem 

Seit Jahrhunderten gejagt, lange Zeit als Monster betrachtet, spielen diese Giganten der Meere angesichts der Herausforderungen des Klimawandels eine wesentliche Rolle. Über 50% des Sauerstoffgehaltes der Welt werden durch die Ozeane produziert. Das Verschwinden der Wale würde daher katastrophale Folgen für das Ökosystem Ozean haben.

Migrationswege der Giganten

Von den Blauwalen der Sea of Cortez an der kalifornisch/mexikanischen Küste bis zu den Grönlandwalen über die Glattwale der Halbinsel Valdés in Argentinien folgt seinerseits der Dokumentarfilm von Jean-Albert Lièvre, „The Guardians of the Planet“. Die von den verschiedenen Wal-Familien zurückgelegten Migrationswege, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, werden dokumentiert. Er zeigt auf was passieren würde, wenn Tiefseebergbau, Umweltverschmutzung, Satelliten Vokalisationen die Gesänge der Wale stören. Er fragt sich, wie das Wachstum von Phytoplankton, der blauen Lunge der Erdkugel, erhalten werden kann, wenn die Wale verschwinden? Die fabelhaften – und oft unveröffentlichten – Bilder zeigen ein unumgängliches Plädoyer zugunsten der Wale.

Der Regisseur René Heuzey und der Ozeanograph François Sarano waren die ersten, die das Säugen des Jungen auf Kamera festgehalten haben. Das Taucher-Duo arbeitet seit 25 Jahren mit demselben Pottwal-Clan vor der Küste von Mauritius zusammen – darunter 15 Weibchen und 11 Junge.

Ceti-Projekt

Das Ceti-Projekt (Cetacean Translation Initiative) wurde 2017 auf Initiative von Shafi Goldwasser, einem Harvard-Informatiker und Experte für Kryptografie ins Leben gerufen. Er sammelte insgesamt 4 Milliarden Klicks von Pottwalen – das sind die Geräusche, die sie aussenden, auch Codas genannt. Er zeichnete diese auf um sie mit künstlicher Intelligenz zu entschlüsseln.
Die Wissenschaftler sind der Meinung die Klicks sind eine echte Sprache. Sie erforschen welche Muster verwendet werden sollten, um auf diese Geräusche basierend auf ihrer Frequenz und ihrem Kontext zu reagieren. 2026 könnte der Traum für die Ceti-Wissenschaftler wahr werden.

Kohlenstoffpumpe Wal

„Wale sind Kohlenstoffpumpen, die für das Ökosystem Ozean unerlässlich sind“, vertraute Anaëlle Durfort, Forscherin an der Universität Montpellier, im November „Le Point“ an. Walkot ist reich an Mineralstoffen und fördert das Wachstum von Phytoplankton, das wie Pflanzen Photosynthese betreibt. Phytoplankton liefert somit die Hälfte des Sauerstoffs auf dem Planeten. Während ein Baum durchschnittlich etwa 20 Kilo Kohlendioxid pro Jahr bindet, nimmt der Wal bis zu 33 Tonnen auf.

Buckelwale haben eine erstaunliche Jagdtechnik entwickelt, um sich zu ernähren: Sie produzieren Luftblasen in der Art von konzentrischen Kreisen und fangen sich damit das Plankton und Krill. 

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 12. März 2023, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 19. März 2023, 18:30 Uhr. 

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