Verwaltung hat über Orca-Attacke gelogen
Verwaltung hat über Orca-Attacke gelogen

"Reine Profitgier"

Verwaltung hat über Orca-Attacke gelogen

Heftige Debatte um die Zukunft des Orca-Wals, der eine Trainerin getötet hat: SeaWorld will den Wal wieder auftreten lassen

Der 30-jährige Killerwal „Tilikum“ (Spitz-name „Tilly“), der in SeaWorld die Trainerin Shawn Brancheau (40) tötete, soll bereits ab Sonntag wieder in Shows auftreten: „Morgen haben wir bereits die erste Show mit Fütterung, nächste Woche die zweite“, bestätigte Jim Atchinson, Chef von SeaWorld.

Mit dieser Entscheidung gerät SeaWorld massiv unter Beschuss. Das sei reines Profitdenken, wird kritisiert. Denn die Orca-Shows mit Tilly als Star waren hochpopulär und sorgten für Millionen-Umsätze. Nach dem tödlichen Pooldrama hat Tilly nun drei Menschen auf dem Gewissen: Eine Trainerin starb 1991, ein Mann 1999. Die US-Bundesbehörden haben deshalb eine Untersuchung eingeleitet.

Die Parkverwaltung hatte auch über den Unfallhergang dreist gelogen. Zuerst wurde behauptet, dass Brancheau ausgerutscht sei und ins Becken fiel. Und Tilly hätte wegen seines „unberechenbaren Verhaltens“ kaum Kontakt mit der Trainern gehabt. Ein von einer Besucherin angefertigtes Video zeigt das Gegenteil: Da tollt Tilly mit Brancheau im Pool bei Show-Einlagen herum (siehe rechts). Sie wirft Fische zur Belohnung in den Rachen, spielt mit seinen Flossen. „Er hatte die Showeinlage gut absolviert“, gab Trainer Tompkins zu: „Nichts deutete auf Gefahren hin.“ Es waren die letzten Bilder der lebenden Brancheau.

Denn Sekunden später zieht der Wal die Trainerin an ihrem langen Zopf in die Tiefe, rast mit ihrem Körper im Maul wild durch das Becken. Zeugen sahen, wie sie mehrmals verzweifelt beim Auftauchen nach Luft schnappte. Helfer mussten den Wal in ein Nebenbecken dirigieren, ihn aus dem Wasser heben, um das Opfer aus den mit 52 Zähnen bestückten Riesenmaul zu befreien. In der Autopsie ist von „schweren Wunden“ die Rede. Die offizielle Todesursache: Ertrinken.

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