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Wegen Corona-Epidemie

Italien sperrt alle Schulen und Universitäten

Sperre aller Schulen und Universitäten bis 13. März überlegt. Schwerster Ausbruch in Europa.

Italien erwägt wegen der Coronavirus-Epidemie immer drastischeren Maßnahmen und prüft die Schließung aller Schulen und Universitäten im Land zunächst bis 13. März. Italien ist das in Europa am schwersten vom Ausbruch des SARS-CoV-2-Virus betroffene Land. Bis Mittag wurden 79 Tote und rund 2.500 Infektionen registriert.

   Ebenfalls schwer betroffen sind neben China - von wo erfreuliche Nachrichten kommen - Südkorea und der Iran. Weltweit wurden bisher mehr als 94.000 Infektionen bestätigt.

   Neben der möglichen Sperre der Forschungs- und Bildungsanstalten denkt die Lombardei an eine Ausdehnung der "roten Zone". Dabei handelt es sich derzeit um die Sperrzone aus elf Gemeinden mit rund 50.000 Einwohnern in der Provinz Lodi, in denen der Infektionsherd lokalisiert wurde und die seit zehn Tagen unter Quarantäne stehen. Angesichts einer zunehmenden Zahl von Infektionsfällen überlegt die Gesundheitsbehörden die Erweiterung der "roten Zone" auf einige Gemeinden in der lombardischen Provinz Bergamo.

   Außerdem hat die italienische Regierung beschlossen, die Zahl der Plätze auf den Intensivstationen der Krankenhäuser um 50 Prozent zu erhöhen. Bei der Zahl der Betten in den Abteilungen für Pneumologie und Infektionskrankheiten kommt es zu einer Verdoppelung, legte die Regierung fest. Private Kliniken sollen Plätze für Coronavirus-Patienten zur Verfügung stellen. Medizinisches Personal aus den benachbarten Regionen soll in Krankenhäusern eingesetzt werden, die wegen der hohen Anzahl an Infektionen besonders belastet sind.

   In Deutschland zählte das Robert Koch-Institut (RKI) bis Mittwochvormittag 240 nachgewiesene Infektionen. Viele Patienten sind inzwischen wieder gesund. Schwere Covid-19-Verläufe sind selten, ein darauf zurückgehender Todesfall wurde in Deutschland wie in Österreich bisher nicht erfasst. Allerdings gehen die Behörden von einer Verschlechterung der Situation aus. In Deutschland habe eine Epidemie begonnen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Bundestag. "Der Höhepunkt der Ausbreitung ist noch nicht erreicht."

   Deutsche, die im europäischen Ausland auf Anweisung lokaler Behörden in Quarantäne gehen, sollen diese dort auch zu Ende führen, empfahl der Krisenstab der Bundesregierung. Damit werde auch entschieden, dass Deutsche, die in einem Hotel auf der spanischen Insel Teneriffa in Quarantäne sind, frühestens am kommenden Dienstag zurückkehren können, teilte der gemeinsame Krisenstab von Innenministerium und Gesundheitsministerium mit. Das Auswärtige Amt werde außerdem einen Hinweis veröffentlichen, "dass auf Kreuzfahrtschiffen ein erhöhtes Quarantäne-Risiko besteht".

   Die EU-Institutionen haben inzwischen den ersten Fall einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Ein Mitarbeiter der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) in Brüssel sei positiv auf das Virus getestet worden, sagte eine EDA-Sprecherin am Mittwoch. Demnach kam der Beamte am 23. Februar von einer Reise nach Italien zurück.

   Seinen ersten bestätigten Fall bekam unterdessen Polen. Bei einem Mann aus der westpolnischen Woiwodschaft Lebus wurde das SARS-CoV-2-Virus festgestellt, der sich zuvor in Deutschland aufgehalten habe, sagte Gesundheitsminister Lukasz Szumowski am Mittwoch. Der polnische Patient habe sich telefonisch bei seinem Hausarzt gemeldet. Da die Symptome eine Covid-19-Erkrankung nahelegten, sei er daraufhin mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus in Zielona Gora gebracht worden. "Es geht ihm gut. Alle Personen, die mit dem Mann in Kontakt waren, sind in Quarantäne", sagte Szumowski.

   Positive Nachrichten gab es inzwischen aus China, wo die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weiter zurückging. Am Dienstag habe es 119 neue Fälle gegeben, teilten die chinesischen Behörden in Peking mit. 38 Menschen seien am Dienstag an der Krankheit gestorben, um sieben mehr als am Vortag. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen stieg damit auf mehr als 80.000, die Zahl der Toten auf 2.981. Auf die zentrale Provinz Hubei entfielen am Dienstag 37 Todesfälle und 115 Neuinfektionen.

   Südkorea blieb unterdessen jenes Land, in dem sich das Coronavirus derzeit am schnellsten ausbreitet. Am Dienstag seien 516 neue Fälle bestätigt worden, berichteten die Behörden in Seoul. Damit blieb der Zuwachs jedoch unter dem Wert des Vortages, als fast 600 neue Fälle gemeldet wurden. Insgesamt sind 5.328 Menschen in Südkorea mit dem Coronavirus infiziert worden, 32 Menschen starben. In Japan meldeten die Behörden den 1.000 Coronavirus-Fall.

   Im Iran ist die offizielle Zahl der Coronavirus-Toten und -Infizierten nach Angaben des Gesundheitsministeriums erneut gestiegen. Die Zahl der Toten habe sich innerhalb von 24 Stunden von 77 auf 92 erhöht, sagte Ministeriumssprecher Kianush Dschahanpur am Mittwoch in Teheran. Insgesamt sind laut Dschahanpur 2.922 Menschen - 586 mehr als am Vortag - positiv auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gleichzeitig seien 552 Patienten geheilt und aus den Krankenhäusern entlassen worden, berichtete der Sprecher.

   Der Iran wies auch ein US-Hilfsangebot zurück. Diejenigen, die dem iranischen Volk durch "bösartige" Sanktionen Medikamente und Nahrung vorenthielten, "erscheinen jetzt mit einer Maske des Mitgefühls und sagen, sie wollten der iranischen Nation helfen", sagte Präsident Hassan Rohani am Mittwoch in einer klaren Anspielung auf die USA. Zu einem Angebot von US-Präsident Donald Trump sagte Rohani: "Unser Volk weiß sehr gut, dass Sie lügen."

   Unterdessen wollen Deutschland und Russland den Bestand an medizinischer Ausrüstung im Land sichern. Die Regierung in Moskau veröffentlichte ein Dekret, wonach der Export von 17 Utensilientypen seit Montag untersagt ist. Auch Deutschland reagierte mit einem Verbot auf die Verbreitung von SARS-CoV-2. In Frankreich gibt es Schutzmasken nur noch mit Rezept.
 

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