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Darum könnte China das nächste Problemkind werden

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China hat derzeit mit einigen Problemen zu kämpfen. Die Wirtschaft kann schon lange kein zweistelliges Wachstum mehr verzeichnen, die Bevölkerung altert und das internationale Ansehen ist auch am absteigenden Ast. Wie China nun reagieren könnte und was das für den Rest der Welt bedeutet. 

Das bevölkerungsreichste Land der Welt, China, bekommt es derzeit mit einigen Schwierigkeiten zu tun. Der Yuan, die offizielle Währung des Landes, befand sich erst kürzlich auf einem historischen Tiefstand, die Zero-Covid-Politik hat deutliche Spuren hinterlassen, der Immobilienmarkt befindet sich in einer unangenehmen Situation und die Null-Zins-Philosophie lässt wie Wirtschaft ermüden.

Brian Carlson, Leiter des Global Security Team des Thinktanks am Center for Security Studies erklärt die Gründe für die aktuelle Schwäche der Wirtschafstmacht: "In den letzten zwei bis drei Jahren hat sich gezeigt, dass Xi bereit ist, ein gewisses Wirtschaftswachstum zu opfern, um im Gegenzug den Machterhalt der Kommunistischen Partei Chinas und seiner Person zu stärken." Für den Experten ist klar, dass China fallen wird. Ihm stellt sich nur die Frage, ob es eine "weiche oder eine harte Landung wird". 

Bevölkerung wird älter und schrumpft

Angaben der Regierung zufolge, gab es im Jahr 2021 knapp 1,41 Milliarden Bürger in China. Für dieses Jahr wird bereits ein leichter Rückgang dieser Zahl erwartet und Schätzungen nach wird die Bevölkerung des Landes ab dem Jahr 2080 auf unter eine Milliarde fallen. Damit würden weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen und die Wirtschaft noch mehr schwächeln. 

Das könnte den chinesischen Machthaber Xi Jinping (69) dazu veranlassen, sich mehr um innenpolitische Themen zu kümmern, und außenpolitische Anliegen zweitrangig zu behandeln. Oder aber er setzt auf einen selbstbewussten Auftritt auf internationaler Ebene und möchte so "die Bevölkerung von den innenpolitischen Problemen ablenken". 

Peak-Power-Syndrom 

Falls das Land nun glaubt am Zenit (Peak) angekommen zu sein und die Zukunft nun wieder mehr bergab geht, könnte dies dazu führen, "dass China glaubt, es habe nur noch ein kleines Zeitfenster, um zu handeln, bevor sich die Machttrends gegen das Land wenden", so Carlson. Sollte Xi Jinping dann aus dem Druck des schmalen Zeitfensters heraus handeln, könnte es gefährlich werden. 

Bereits seit einiger Zeit warnen Geheimdienste davor, China könne versuchen Taiwan zu annektieren. Dies könnte nun "zu einer immer ernsteren Sorge werden", falls man das sich schließende Fenster der Gelegenheit als Anlass zum Handeln sieht. 

Lösungen

Einen Krieg hält Peter Bachmann, Leiter der Schweizer Handelskammer in Shanghai, für unwahrscheinlich. Immerhin würde die Kommunistische Partei einiges an Rückhalt in der Bevölkerung verlieren und international isoliert werden, so wie es gerade mit Russland geschieht. Dennoch hängen auch viele Lieferketten von der chinesischen Wirtschaft ab, wodurch die Welt eine gewissen Abhängigkeit hat, welche vom Machthaber genutzt werden könnte, um seine Pläne durchzusetzen. 

Bachmann meint, man solle China weiterhin eng mit einbinden und als Partner verstehen, letzten Endes aber "kann nur China sich selbst helfen".

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