EU-Vorsitz: Le Pen setzt auf Kurz

Große Hoffnungen

EU-Vorsitz: Le Pen setzt auf Kurz

"Die EU ist am Ende". Die französische Rechtspopulistin setzt auf einen Kurswechsel.

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen setzt große Hoffnungen auf Österreichs EU-Ratspräsidentschaft unter der Führung von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). "Ich hoffe, dass Kurz zu jenen Leadern zählt, die nicht den Komplex haben, ihre Länder gegen die illegale Migration zu verteidigen, die unsere Identität bedroht", so Le Pen im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Il Giornale".
 
Le Pen zeigte sich zuversichtlich, dass Kurz das Programm umsetzen werde, für das er gewählt worden sei. "Die EU ist am Ende. Das bedeutet die Befreiung Europas. Denn Europa ist in Wahrheit in den Händen einer grenzüberschreitenden und technokratischen Haftstruktur, die sich ohne und auch gegen den Willen der Völker entwickelt hat", sagte die Rassemblement-National-Chefin (vormals: Front National).

Gegen Schengen

Die Rechtspopulistin rechnet auch mit dem Ende des Schengen-Abkommens, das die Grenzkontrollen zwischen den Mitgliedstaaten grundsätzlich abgeschafft hat. "Die EU ist gegenüber der Migrationswelle machtlos. Die Rückkehr zu den nationalen Grenzen ist der einzige Weg, um diese zu stoppen", sagte Le Pen, und fügte hinzu: "Das ist die Zukunft."
 
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seien isoliert. "Aus zwei Schwächen ergibt sich keine Stärke. Italien spielt derzeit eine wesentliche Rolle. Es hat die Schwäche jener Regierungschefs entlarvt, die zwar für die Aufnahme von Migranten sich, aber nicht bei sich zu Hause", sagte die Rechtspolitikerin.
 
Le Pen will die Pläne des italienischen Innenministers Matteo Salvini unterstützen, eine grenzüberschreitende Partei zu gründen, die sich für ein "Europa der Völker" einsetzen will. "Es wäre schade, wenn sich die Bewegungen, die Europa von der EU befreien wollen, nicht eine kompakte Front gegen die Globalisierungsbefürworter an der Macht bilden würden", so die Politikerin.


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