Fall Maddie: Verdächtiger kam wegen Behörden-Panne frei

Christian B.

Fall Maddie: Verdächtiger kam wegen Behörden-Panne frei

Deutscher konnte sich wegen einer Panne knapp einen Monat frei in Europa  bewegen. 

Der Verdächtige im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen Madeleine "Maddie" McCann ist einem Pressebericht zufolge vor knapp zwei Jahren in Schleswig-Holstein zeitweise aus der Haft entlassen worden. Der 43-jährige Deutsche habe sich anschließend frei in Europa bewegen können und sei nach Italien gereist, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag.
 
Zur Freilassung kam es demnach vor allem, weil die Staatsanwaltschaft Flensburg zu spät gehandelt habe. Der Mann verbüßte dem Bericht zufolge im August 2018 eine Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes, die Ende des Monats auslaufen sollte. Die Anklagebehörde wollte laut diesen Angaben mithilfe einer noch offenen Strafe wegen Drogenhandels verhindern, dass er auf freien Fuß kommt. Um die ursprünglich zur Bewährung ausgesetzte alte Strafe von einem Jahr und neun Monaten zu vollstrecken, habe die Staatsanwaltschaft Flensburg aber erst die Justiz in Portugal um ihr Einverständnis bitten müssen. Von dort war der Verdächtige im Juli 2017 ausgeliefert worden.
 

Einen Monat frei

Bei dem Antrag auf Auslieferung hatte die deutsche Justiz laut "SZ" das alte Urteil wegen Drogenhandels nicht erwähnt. Ohne Einverständnis Portugals durfte die deutsche Justiz demnach nun nicht darüber hinausgehen. Den neuen Antrag habe die Staatsanwaltschaft dann sehr spät gestellt. Der Mann sei deshalb Ende August aus der Haft entlassen worden. Erst am 27. September 2018 sei er wieder festgenommen worden. Seither sitzt er in Kiel in Haft.
 
Im Fall Maddie ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen Mordes gegen den 43-Jährigen. Die damals dreijährige Madeleine verschwand am 3. Mai 2007 aus ihrem Zimmer in einer Ferienanlage im südportugiesischen Badeort Praia da Luz, wo sie mit ihrer Familie Ferien machte. Sie wurde bis heute nicht gefunden.


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