16 Monate nach L'Aquila

Italien zittert vor neuem Horror-Erdbeben

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In den vergangenen Tagen wurden häufiger leichte Erdstöße verzeichnet.

Eine Serie schwacher Beben in Italien, die zuletzt vor allem in den Regionen Abruzzen und Emilia Romagna registriert wurden, sorgen für Beunruhigung unter der Bevölkerung und Angst vor allem in der Stadt L'Aquila, die bei einem Beben im April 2009 großteils zerstört wurde. Damals starben 308 Menschen. Der Zivilschutz will nun die Stabilität der öffentlichen Gebäude in der Stadt überprüfen.

"Angst der Bevölkerung legitim"
Nach Angaben des nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) besteht kein Grund zur Sorge. Dort gibt es Überlegungen, Daten über leichte Erdstöße nicht mehr im Internet zu veröffentlichen, da sie - so das INGV - Angst auslösen und zu falschen Befürchtungen führen.

Laut INGV-Präsident Enzo Boschi fehlt in Italien eine seriösen Prävention. "Es würde genügen, wenn man die Sicherheit der Gebäude kontrollieren und die alten Strukturen erneuern würde. In Italien wird schlecht gebaut und die Stabilität der Gebäude kaum kontrolliert", meinte Boschi. Italien solle sich an erdbebengefährdeten Ländern wie Japan und Kalifornien ein Beispiel nehmen. Seine Worte lösten in L'Aquila heftige Reaktionen aus. "Die Angst der Bevölkerung ist vollkommen legitim, unsere Gegend ist eine von Erdbeben stark gefährdete Region", erklärte Bürgermeister Massimo Cialente.

Angehörige fordern 22,5 Mio.
Die Angehörigen von Todesopfern des Erdbebens vom April 2009 verlangen von der Regierung eine Entschädigung in Höhe von 22,5 Millionen Euro, da Gefahrensignale vor dem verheerenden Erdstoß unterschätzt worden seien. Fünf Tage vor dem großen Beben hatte eine aus Funktionären des Zivilschutzes und Seismologen bestehende Kommission erklärt, dass keinerlei Erdbebengefahr bestehe.

Die Experten hatten die lange Serie kleiner Erdstöße ohne Schäden ignoriert, die in der Region Wochen vor dem großen Beben registriert worden waren, und die wachsende Sorge unter der Bevölkerung heruntergespielt, heißt es in der Klage. Sie wurde von 36 Familien eingereicht, die bei dem Erdbeben 20 Angehörige verloren hatten, berichteten italienische Medien. Das Geophysik-Institut hatte bekräftigt, dass das Erdbeben in L'Aquila nicht vorhersehbar war.
 

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Mittlerweile ist es eine Woche her, dass die italienischen Abruzzen von einem Erdbeben der Stärke 6,3 heimgesucht worden sind.

Die meisten der knapp 300 Toten wurden bereits begraben.

Nun werden die zerstörten Häuser und Kirchen nach Brauchbarem durchsucht.

Nach Menschen wird nicht mehr gesucht. Niemand erwartet, dass unter den Trümmern noch jemand leben könnte. Schweres Gerät ist angerückt.

Allerdings schüttet es seit der Nacht auf Ostermontag, dazu weht kräftiger Wind. Der Zivilschutz hat Decken und Öfen verteilt.

Zehntausende haben ihr Zuhause verloren. Sie schlafen seither in einem Zeltlager.

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