Kopie von Flüchtlinge

2015

Marke von 1 Mio. Flüchtlingen überschritten

Es handelt sich damit um die größte Wanderungsbewegung seit 1945.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat angesichts der Ankunft von mehr als einer Million Flüchtlingen in Europa im zu Ende gehenden Jahr von der "größten Wanderungsbewegung nach Europa seit dem Zweiten Weltkrieg" gesprochen. Bis zum 21. Dezember hätten 972.000 Flüchtlinge das Mittelmeer überquert, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag in Genf mit.

Mehr als 34.000 Flüchtlinge seien von Griechenland aus auf dem Landweg nach Bulgarien gelangt.

Mehr als die Hälfte aus Syrien
Von den Flüchtlingen, die das Mittelmeer überquerten, stammen laut IOM und UNHCR mehr als die Hälfte aus Syrien. Für 2014 lag die Gesamtzahl der in Europa eintreffenden Flüchtlinge bei 219.000.

Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonia Guterres, rief angesichts der "Zunahme ausländerfeindlicher Stimmungen mancherorts" dazu auf, die "positiven Beiträge von Flüchtlingen und Migranten" in den Gesellschaften anzuerkennen, in denen sie eintreffen. Die "grundlegenden europäischen Werte" wie die Beachtung der Menschenrechte, von Toleranz und Vielfalt müssten verteidigt werden. IOM-Chef William Lacy Swing erklärte, Wanderungsbewegungen seien "unausweichlich, notwendig und wünschenswert".

Vor allem über Griechenland
Mehr als 821.000 Flüchtlinge trafen 2015 laut IOM in Griechenland ein, rund 150.000 in Italien, rund 3800 in Spanien, 269 in Zypern und 106 auf Malta. Die Zahl der Flüchtlinge, die bei der Überfahrt über das Mittelmeer ums Leben kamen oder als vermisst gelten, gab die IOM mit 3692 an.

Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) hatte Anfang Dezember mitgeteilt, in Deutschland seien knapp 965.000 Flüchtlinge registriert worden. Allerdings hatte er darauf hingewiesen, dass darin Doppelzählungen enthalten seien und dass daher die effektive Zahl "unterhalb der 965.000" liege. Die Zahl der Flüchtlinge, die in Deutschland blieben, verringerte sich zudem beispielsweise durch Weiterreisen Richtung Schweden. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sagte am Wochenende, sein Bundesland habe 2015 rund 60.000 Flüchtlinge unregistriert nach Schweden durchreisen lassen.
 

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