Nach UNO-Bericht: Angst vor Klima-Krieg

Expertin warnt

Nach UNO-Bericht: Angst vor Klima-Krieg

Gletscher werden verschwinden: Ressourcen-Kampf hat jetzt begonnen.

Das wird hart: Laut neuestem UNO-Klimabericht, der am Freitag die Welt schockiert hat, stehen uns auch in Österreich in den nächsten Jahren massive Klima-Veränderungen bevor. Die Experten sind sicher: Bei uns wird es künftig immer häufiger Hitzewellen geben, in tiefen Gegenden deutlich weniger Schnee und die Gletscher werden merklich schmelzen.

Und gleichzeitig kommt die nächste Hiobsbotschaft. Denn „bevor es wirklich zu einem echten Kollaps der Erde kommt, werden Klima-Kriege entstehen, da bin ich mir sicher“, prognostiziert die renommierte österreichische Klimaexpertin Helga Kromp-Kolb im ÖSTERREICH-Gespräch. Ihre These: „Ehe Küstenstädte durch den gestiegenen Meeresspiegel überflutet werden, wird der Kampf um die Ressourcen beginnen“, so Kromp-Kolb. „Der Dafur-Krieg war bereits so eine Auseinandersetzung – es gab nicht mehr genug Land für Nomaden und sesshaftes Volk. Und das wird wie eine Spirale weitergehen, wenn langsam das Wasser ausgeht und dann auch das Land“, so das düstere Bild der Expertin.

© APA

Selber schuld
Wie berichtet, ist die Menschheit selbst für die dramatischen Entwicklungen des Weltklimas verantwortlich, weil „einfach so viel CO2 produziert wird, also zu viel Energie“, umreißt es Georg Kaser, der einzige Österreicher, der an dem Bericht mitgeschrieben hat.

Ob diese apokalyptischen Prognosen jetzt auch ein globales Umdenken bewirken, können die Experten nicht sagen: „Wir haben ein gewaltiges Problem, aber es ist nicht so, dass das neu wäre“, so Kaser pragmatisch.

Am Montag wird der vollständige IPCC-Bericht präsentiert, die nächste politische Auseinandersetzung wird es aber wohl erst im November bei der Weltklimakonferenz in Warschau geben.
 

5 Frangen an ZAMG-Experten:

So ändert sich das Klima bei uns

Ändert sich das Klima auch in Österreich?
Ja, eine Erwärmung von 3,7 Grad weltweit betrifft auch uns. Drei Schwerpunkte, die die Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), herausgefunden haben: Hitzewellen werden häufiger und länger, in tiefen Lagen wird es weniger Schnee geben und bis 2100 werden mehr als 80 % der Gletscher verschwunden sein.

Werden die Sommer immer heißer?
Ja, die Sommer sind in den letzten Jahrzehnten immer heißer geworden – 2013 fiel mit mehr als 40 Grad auch der Hitzerekord. Und die Berechnungen gehen davon aus, dass sich die Sommertage auf mehr als 50 Prozent erhöhen werden.

Gibt es in Österreich bald keinen Schnee mehr?
Nein, aber der Naturschnee wird weniger. Unter 1.000 Meter wird immer öfter nur noch Regen fallen, kein Schnee. Dafür wird es im Hochgebirge durch die steigenden Niederschlagsmengen sogar mehr schneien.

Verschwinden die Gletscher in Österreich?
Ja, die meisten. Die Modellrechnungen gehen davon aus, dass bis zum Ende des Jahrhunderts rund 83 Prozent der Gletscherfläche in Österreich verschwunden sein wird.

Verschwinden Jahreszeiten wie Frühling und Herbst?
Nein, aber da alle Jahreszeiten wärmer werden, bekommen auch Frühling und Herbst einen anderen klimatischen Charakter – im Frühling wird es schneller warm und im Herbst später kalt. Das wird sich auch auf die Vegetation vieler Pflanzen auswirken.

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